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Logbuch der SY Shalimardue



Juli 2017
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Am Heimweg nach Aquileia

Wir verbringen noch einige Tage in der Bucht von Velirat und probieren sämtliche Köstlichkeiten im Gorgonia und einige neue Spezialitäten auf unserer Shalimardue aus. Einmal gibt sogar der Beiboot Motor seinen Geist auf. Michi behandelt den Patienten mit einem kleinen Schraubenzieher und schon funktioniert er wieder – der Motor. Ich mache noch meine  x-ten Sonnenuntergangsfotos, die jedes Mal die „Schönsten“ sind!
Am Montag fahren wir dann wieder weiter. Wir haben noch kein Ziel. Ich bin nervlich fast am Ende und will alle 2 Minuten kontrollieren, ob ja auch kein Wasser mehr in den Motorraum kommt, aber Michi beendet meine Unsicherheit, indem er den Blick auf den Motor wieder verschließt und sagt, der Motor ist dicht und Schluss und aus… Es queren nicht nur flotte Motorboote unseren Kurs sondern auch freundliche Segler in einem Minizweimaster,  die sogar winken. Ist wohl ein Eigner Boot (Vater und Sohn) – die ihren Urlaub voll genießen.
Wind und Welle stehen noch ein wenig gegen an und wir haben einen neuen Termin. Wir werden unsere Freunde Ellen und Werner in Premuda treffen. Wir sind die ersten „wilden Ankerer“ und nur zwei kleine Motorboote haben  an den ehemaligen Betonblöcken mit eigenen Leinen festgemacht. Das Wasser ist glasklar und einige später Ankommenden wissen wohl auch um die alten noch vorhandenen Bojenblöcke. Nur sind die inzwischen mitten im Ankerfeld und das bekommen wir dann während der Nacht zu spüren. Aber zuerst gibt es ein gutes Essen (wie immer zu zweit ein Essen) in einem der drei Lokale. Wir haben sicher das Beste gewählt.
In der Nacht hört der Nordwind auf und es beginnt die Strömung nach Nord zu wirken. Das heißt, wir gehen an der Ankerkette zurück in die andere Richtung. Nur dort steht jetzt ein Italiener (mit 6 m Ankerkette) am alten Bojenblock mit kurzer Leine und kommt uns zu nahe. Michi bringt um Mitternacht die Fender aus, was der Nachbar dann auch tut, um kurz danach mit einem „buona notte“ ins Schiff abzutauchen. Michi bleibt munter, da ein Umankern für uns um die Zeit nicht wirklich eine Gaudi ist. Um 5 Uhr früh verlassen wir dann diesen „engen“ Platz und fädeln unseren Anker direkt unter dem italienischen Schiff heraus. Was den Eigner  aber nicht wirklich stört. Er schaut kurz her und verschwindet gleich wieder in die Koje.
Wir motoren gemütlich über den Kvarner, bekommen dann aber etwas Wind, mit dem wir weiter bis nach Rovinj segeln. Die Marina wird gerade umgebaut (soll ja eine Edelmarina für wenige Riesenschiffe entstehen). Wir gehen an die Boje, bleiben aber am Schiff und genießen mit vielen, vielen anderen Schiffen und Ausflugsbooten den Sonnenuntergang.
Die Bojen sind zu hoch und wieder mit einem Eisenring versehen, der bei wenig Wind und Welle gegen den Rumpf klopft, bei uns noch etwas mehr als bei einem Einrumpfboot. So verkleiden wir den Ring mit einem Handtuch, ziehen ihn etwas höher und wir verbringen so eine ruhige Nacht. Das letzte Foto von der Baustelle ist eine Farbkomposition von den 8 verschieden beleuchteten Kränen.
Michi kontrolliert auf meinen Wunsch wieder die Motoren und alles passt. So können wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück weiter. Die ersten Seemeilen kommt es uns vor, als würden die Inseln und entgegenkommenden Schiffe in der Luft fliegen, dann kommt Wind auf und wir können sogar noch segeln. Tanken und Ausklarieren in Umag und gleich segeln wir weiter bis nach Aquileia. Wir haben mehrfach gehört, wir müssen einklarieren, also fahren wir gleich nach der Ankunft nach Grado, suchen die „Guardia Costiera“ auf, erfahren aber, dass dies nur die Carabinieri machen. Wie gut, dass wir nicht zu Fuß unterwegs sind, sondern mit dem Auto. Wir müssen quer durch die Stadt und dann heißt es erst mal warten. Ein Diebstahl wird gerade gemeldet. Danach werde ich nach den Ausklarierungspapieren gefragt. Wir haben aber nicht ausklariert, so wie schon seit mehr als 25 Jahren nicht.  „Ich soll morgen wieder kommen.“ Will ich aber nicht, das müsste doch heute erledigt werden können. Nach einigen Telefonaten erfahre ich, dass, wenn wir nun Italien wieder verlassen wollen, DANN müssen wir ausklarieren und können anschließend wieder einklarieren. „Ist das wirklich notwendig“ frage ich und erhalte zur Antwort gleich unmissverständlich das richtige Formular in die Hand gedrückt.

eingetragen am 19. Juli 2017