Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue



Februar 2017
M D M D F S S
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728  

Archiv

Google



    Privat

Ragusa Ibla und Vorgeburtstagsfeier

Ragusa ist eine der bedeutendsten Barockstädte Siziliens und besteht aus zwei Teilen, welche durch eine Talsenke getrennt sind. Ragusa Ibla mit seinen malerischen verwinkelten Gassen und edlen Barockbauten und Ragusa Superiore, einer modernen Stadt mit der Kathedrale. Wir beginnen mit einem relaxten Spaziergang im „Giardino ibleo“. Innerhalb des Parks ist der Zugang zur Chiesa dei Capucchini und die Reste der beim Erdbeben völlig zerstörten Kirche San Giorgio, der Vorgängerin des heutigen Doms. Danach geht es ins Zentrum der Altstadt.
Es gibt in Ragusa Ibla sehr viele Kirchen, aber am bedeutendsten ist der „Duomo di San Giorgio“. Am Ende des langgestreckten Domplatzes führt eine breite Freitreppe hinauf zur Kirche. Die gegenüber liegende Kirche San Giuseppe weist in kleinerem Maßstab gewisse Ähnlichkeiten mit San Giorgio auf. Ob ein Schüler kopierte oder der Meister Gagliardi selbst hier Hand anlegte, ist nicht geklärt. Wir brauchen anschließend eine kleine Stärkung und essen einen „Diät-Connolo“ – sprich, zwei Hungrige essen einen Einzelnen. Auch unser schon bekannter Commissario Montalbano scheint manchmal hier zu speisen – jedenfalls deutet eines der Lokale zart darauf hin.
Rein zufällig schauen wir in einem kleinen Seitengässchen bei einer Tür hinein und sehen einen Maler/Künstler bei der Arbeit. Ich kann wie immer nicht wiederstehen und sprich ihn an. Er ist sehr erfreut über die „Störung“, denn er erzählt ausführlich über den bereits seit vielen Generationen im Besitz seiner Familie befindlichen Barockpalast. Er selbst ist der  Restaurierung und dem Neubau der alten „Carretti“ verfallen. Diese berühmten sizilianischen Karren sind nur mehr auf traditionellen Festen anzutreffen. Farbenprächtig mit naiven Szenen aus Geschichte und Alltag bemalt, wurden sie ab dem 18. Jhdt. in der Landwirtschaft und von fliegenden Händlern eingesetzt. Eine genaue Führung und Erklärung sämtlicher alten Bilder folgte – alle mit dem Karren, einmal mit Miss Italia, einmal mit „prominenten“ Filmstar – wir lauschen andächtig und freuen uns, so etwas gesehen zu haben.
Eigentlich wollten wir am Samstag zu einem Blues- und Folkabend ins „Piccolo teatro del mercato“ fahren. Nachdem der Beginn auf 22.30 Uhr festgesetzt ist, lassen wir das lieber. Schade, mein Schatz hat schon einen Musik-Abend-Unter.
Jetzt müssen wir uns tummeln. Um 13 Uhr hat uns Peppo zu seiner Vorgeburtstagsfeier ins „Rosacambra“ in Santa Croce Camerina eingeladen. Sechs Kärntner und zwei Deutsche – und wie üblich wird viel geratscht und gelacht. Das 14-gängige Menü ist hervorragend, aber viel zu viel. (Besser als zuwenig). Nochmals vielen Dank für diese netten Stunden. Um es auf kärntnerisch zu sagen: „des wor a recht a longa Tog!“

eingetragen am 16. Februar 2017