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Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
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    Privat

02.01.2008 – 19. Tag

Position: 15°45’69N, 043°32’01W Etmal: 128 SM Insgesamt: 1.976 SM Restmeilen: 1.011 SM
Der normale Bordalltag hat uns wieder
Seit 30.12. haben wir mehr oder weniger gleich bleibende Winde mit ca. 15 Knoten. Unser Blister zieht uns mit einer gemuetlichen Geschwindigkeit von 4 bis 6 Knoten in die richtige Richtung. Die relativ hohe, aber lang gezogene Welle, die unser Schiff auf und ab traegt, ist erzeugt worden von der ca. 200 SM entfernten Tiefdruckzelle, die nach Nordwest abzieht. Die normale Welle von hinten trifft die seitliche und so schaukeln wir sanft dahin. Es ist einfach faszinierend und mit Worten nicht leicht beschreibbar. Leider kann ein Foto dies auch nicht wiedergeben. Ich nehme dies alles nur mit meinen Sinnen auf.
Warum hat nie jemand von den frueheren Atlantikueberquerern geschrieben, dass man in diesen vier Wochen unter Umstaenden auch an akutem Bewegungsmangel leiden und sich dies negativ auf die Venen auswirken kann. Ich habe stark geschwollene Fuesse und auch hoch lagern und eincremen nuetzt nichts. Unser Hausarzt Dr. Krebs aus Villach, welchen wir per Funk darueber befragten, empfahl unter anderem STUETZSTRUEMPFE. Leider gibt es auf unserer Strecke kein Geschaeft fuer orthop?schen Bedarf, wie er treffend feststellte. Er selbst hat sicher noch nie solch eine „Ferndiagnose“ gestellt. Wir moechten uns auf diesem Wege bei ihm herzlich bedanken. Ich werde in ca. 10 Tagen beim Landgang ausgedehnte Strandlaeufe machen und – da Fluessigkeitszufuhr auch sehr wichtig ist – immer wieder eine der Strandkneipen aufsuchen – um auch wieder meinem Skipper zu begegnen, der wahrscheinlich bei diversen „Atlantikveteranentreffs“ die „happy hour“ (drink two – pay one) besuchen muss. Aber zuerst muessen wir noch die letzten 1000 SM hinter uns bringen. Heute Nachmittag sind wir das erste Mal dreistellig.
Unser heutiges Mittagessen ist ein wenig duerftig ausgefallen, fuer eine duenne Fischsuppe wuerde es reichen. Wir haben aber beschlossen, wir warten auf einen entfernten, aelteren Verwandten.