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Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
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    Privat

03.01.2008 – 20. Tag

Position: 15°36’56N, 045°35’88W Etmal: 123 SM Insgesamt: 2.065 SM Restmeilen: 890 SM
Der Tanz auf den Wellen
Kurz nach Mittag rauscht die Angel aus. Nach mehr als 30 Minuten Kampf hat diesmal der Fisch gewonnen und wir haben das Nachsehen. Aber nach kurzer Zeit wieder ein Biss und eine Goldmakrele laesst sich leicht an Bord bringen. 70 cm feines Abendessen und fuer morgen Mittag reicht der Fisch auch noch.
Am Abend wird der Wind staerker und da sich auch eine Gewitterwolke naehert, reffen wir die Genua. Und dann beginnt der Tanz auf den Wellen. Der Wind frischt weiter auf und die Wellen bauen sich sehr schnell auf. In der stockfinsteren Nacht ist es schon ein unbeschreibliches Erlebnis, die Wellen auf und ab zu gleiten. Nur der Schein der Kartenplotterbeleuchtung laesst den Wellenkamm erahnen, der sich meist genau hinter dem Beiboot bricht. Man hoert nur das Tosen des Wassers und spuert, wie man rueckwaerts in ein Loch faellt. Aber in der Zwischenzeit ist schon die naechste Welle herangerauscht und das Spiel beginnt von vorne. Ein wenig Abwechslung in die hohen Wellen bringen dann die etwas noch hoeheren Wellen. Und die, die etwas seitlich kommen. Da glaubst du, dein Heck ueberholt dich, wenn das Schiff ploetzlich eine ca. 45 Grad Kursaenderung versucht. Unser Autopilot hat nie gestreikt. Brav. Und auch die beiden Windgeneratoren laufen zur Hoechstform auf. Bisher hat sich der Atlantik von seiner unueblich ruhigen Seite gezeigt, wir wissen, dass er auch anders kann. Und heute haben wir einen kleinen Vorgeschmack darauf erlebt. Aber warum gerade waehrend der Nacht?? Michi meint, so wird es die naechsten Tage weiter gehen.
Kurz nach dem Fruehstueck (Schinken mit Spiegelei – die letzten – und Chilli und frisch getoastetem Pittabrot) ueberlege ich gerade, mit der Videokamera die Stimmung einzufangen. In diesem Moment sehen wir einen Wal, keinen Orca, sondern einen grau-schwarzen Riesenfisch. Direkt neben uns. Wie lange – haben wir nicht gesehen, wie breit – sehr breit. Er taucht ab und weg ist er. Wieder einmal zu spaet fuer die Kamera.