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Logbuch der SY Shalimardue



November 2017
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    Privat

04.01.2008 – 21. Tag

Position: 15°34’41N, 047°26’35W Etmal: 105 SM Insgesamt: 2.170 SM Restmeilen: 784 SM
Ende der normalen Bewegung
Wir bewegen uns momentan wie zwei Orang-Utans in unserer kleinen Welt. Immer mit mindestens zwei, wenn nicht drei festen Haltepunkten. In unserem Schiff fehlen fuer diese Schiffsbewegungen viele Griffe, die auf einer Kletterwand sonst ueblich sind. Okay – wir sind ein Kat, aber auch der rotiert schon gewaltig. Im Cockpit, am Steuerstand haben wir schon vorher einige Haltegriffe (von oben herab) montiert, da schaut es aus wie in der Tram nach Meidling. Dies sollte die Bootsbauer zu neuem Tun anregen – es ist echt praktisch. Nur innen im Schiff fehlen natuerlich die Griffe von der Decke. Allein um in eine Jogginghose zu schluepfen ist schon die Konzentration und die Balance eines Seiltaenzers noetig. Am WC kann man wenigstens zu den „normalen“ drei Festpunkten noch den vierten „Grossen“ benuetzen – eine Hand bleibt zur Reserve frei. Und dann die Schritte – die hab ich damals in der Tanzschule beim Huber in Villach gelernt – slow slow – and quick quick – slow, danach eine Fuenf-achtel-drehung nach rechts und zwei Stufen hinunter, dann kommt der „Wie – ge – schritt“. Und schon bin ich schon in der Kueche „gelandet“. Maria versucht manchmal mit ZWEI Kaffeebechern in den HAENDEN von der Kueche herauf zu kommen – da brauchst einen Kurs in Polkatanzen auf der Kellerstiege mit Stolperdraehten (Ma: „falsch, ich versuche nicht, ich komme mit den vollen Tassen ueber die Stiege“). Sie kann allerdings auf etwas typisch Weibliches zurueckgreifen (was mir ja komplett fehlt) – die „weibliche“ Huefte – wird als zusaetzlicher Stuetzpolster verwendet. Ich haette nur blaue Flecken – zu den jetzt schon vorhandenen. (Ma: „als ob ich die nicht auch haette“). Wir haben uns gefragt, warum wir solche Spatzen (Kaerntner Ausdruck fuer Muskelkater) in den Armen haben – vom Fischen sicher nicht. Nein, vom staendigen Sich-irgendwo-Festhalten. Da wir im Cockpit IMMER angeleint sind (Sicherheitsleine) und manchmal sogar zu zweit, kommt die volkstuemliche Variante von Polka links und Polka rechts zum Tragen, weil wir ja sonst nicht mehr auseinander kommen. Die Wellen hinuntersurfen geht ja – aber dann kommt die „Welle von rechts“ – von irgendwoher, oft doppelt so hoch (scheint zumindest so) und der Tanz beginnt von neuem. Wie der Bimi von der Santina (die schon in der Karibik sind) so richtig gesagt hat: do heraussn kriagst ueberhaupt nix gschenkt! (Ma: „ausser so viele wunderschoene Momente, Erlebnisse, Sonnenauf- und untergaenge und und â?¦ einfach da sein zu koennen, jetzt und hier“)