Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue



November 2017
M D M D F S S
« Okt    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archiv

Google



    Privat

06.01.2008 – 23. Tag

Position: 15°23’31N, 051°02’02W Etmal: 110 SM Insgesamt: 2.363 SM Restmeilen: 576 SM
Millionen von Sternen
Dem Skipper sei dank, der Wasseraufbereiter funktioniert wieder und es herrscht keine Wasserknappheit an Bord. Kontrolle von vorne bis hinten und irgendwo hat sich ein Kabel gel? Ist ja auch kein Wunder, bei diesen Wellenbewegungen. Waehrend unseres Sundowners – Ananassaft mit einem Schuss Metaxa – vom OESYC – geniessen wir die letzte gemeinsame Stunde vor der Nachtruhe. Um 18 Uhr ist Sonnenuntergang und um 06.45 Uhr Sonnenaufgang. Dazwischen erscheinen Millionen von Sternen, die auch waehrend der stockfinstersten Nacht (ohne Streulicht) den Uebergang von Himmel zu Wasser – sprich Horizont – erkennen lassen. Da der Wind – entgegen der Windvorhersage – stark auffrischt, muessen wir um 23 Uhr (Bordzeit) unser Leichtwindsegel bergen und die Genua setzen. Wir bewegen uns jetzt erst im Bereich des Passatwindes und die beste Besegelung waeren Passatsegel, das sind zwei Vorsegel, mit denen man vor dem Wind segeln koennte. Da wir jedoch einen Parasail (Spinnaker) und einen Blister (Leichtwindsegel) haben, verzichteten wir auf das zweite Vorsegel. Schade, waere sehr sinnvoll gewesen. Ein Grund, warum wir uns fuer dieses Segel entschieden haben, war die Aussage, man kann bis zu 35 Knoten Wind den Parasail „stehen“ lassen. Das mag schon stimmen, aber man bekommt ihn dann als 2 Mann (1 Mann – 1 Frau) Crew in der Nacht nicht mehr so „leicht“ herunter. Moeglicherweise gelingt dies einer fuenfkoepfigen fitnessstudiogestaehlten maennlichen Mannschaft, aber die gibt’s auf unserem Schiff eben nicht und so muessen wir bereits bei 25 Knoten, unter Einsatz des gesamten Koerpergewichtes (inclusive Muskelfasereinriss am rechten Unterarm), das Segel in den Bergeschlauch ziehen und es bergen. Wir werden uns bei Parasail erkundigen, ob WIR da etwas falsch machen. Die Wassermassen des Atlantiks sind heute wieder ganz schoen in Bewegung und waehrend der NachtRUHE hoert man das Wasser rauschen, gurgeln, unter dem Boot durchdonnern, gegen die Bordwand schlagen. Der Generator laeuft zur Hoechstform auf (hinsichtlich Lautstaerke), die Segel knarren und das Schiff macht Bewegungen, wie in einer Achterbahn. Wenn meine Pause kommt, leg ich mich ins Bett, kann mich oft nicht einmal daran erinnern, dass ich die Augen schliesse und schon bin ich weg. Meistens werde ich erst munter, wenn mein Schatzi „aufstehen, du bist dran“ ruft. Und so bin ich natuerlich auch immer ausgeschlafen und Michi wird in der Karibik vermutlich zwei Tage durch schlafen.