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Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
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    Privat

12.01.2008 – 29. Tag

Position: 14°22’41N, 059°53’07W Etmal: 74 SM Insgesamt: 2:862 SM Restmeilen: 60 SM
Und jetzt muessen wir bremsen
Der unwahrscheinliche Fall ist eingetreten. Nach Tagen mit Flaute muessen wir nun auf die Bremse treten, damit wir nicht zu schnell sind. Zu schnell fuer eine Ankunft bei Tag. Es geht sich auf keinen Fall aus, dass wir heute noch Le Marin auf Martinique erreichen. Im besten Fall so gegen Mitternacht. Jetzt dosieren wir unsere Geschwindigkeit halt so, dass wir am Sonntag, den 13.01. am Vormittag an Land gehen werden. Zum Thema Fischsuppe muss ich noch einiges ergaenzen. Seit zwei Tagen fahren wir durch ein Gebiet, wo die Thunfische daheim sein muessen. Bei Tag brodelt das Wasser, wenn sie jagen oder gejagt werden und dabei aus dem Wasser springen (es sind sicher auch groessere Jaeger unterwegs, da ein Koeder von uns eindeutig abgebissen worden ist). Waehrend der Nacht hoeren wir sie dann durchs Wasser fetzen. Wo die meisten jagen, da sind auch die Seeschwalben und Fregattvoegel anzutreffen. Und die armen fliegenden Fische mittendrin. Von unten gejagt, von oben verfolgt und wenn es ganz bloed hergeht, fliegen sie zu uns aufs Schiff und verrecken dabei. Es gibt wahre Meister des Fliegens. So lange Strecken und nur ab und zu wird die Schwanzflosse zum Gasgeben und Richtungswechsel verwendet. Leider sind sie viel zu schnell und zu klein, um sie fotografieren zu koennen. Am Nachmittag habe ICH, Maria, einen zweiten Gelbflossenthun gefangen. Der groesste Fisch, den ich bisher „gedrillt“ habe, war ein 10 cm grosser Barsch am Ossiacher See. Und nun heute, ein 60 cm langer Thunfisch, der sich lebhaft gewehrt hat, an Bord geholt zu werden. Waere er nicht so gut gehangen, haette ich ihn beim Herausholen eh verloren, da ich ihn fast nicht zum Kaescher brachte. Er wollte unter dem Schiff entkommen. Das Steak vom Thun mit Bratkartoffeln und Knoblauch war „haubenverdaechtig“. Die restlichen Filetstuecke habe ich gebraten und „eingerext“, um noch einige Male vom heutigen Fang ein gutes Essen zubereiten zu koennen. Ein weiteres Naturphaenomen sind die kleinen Fische mit den roten Augen. Sie schwimmen zu Hunderten neben dem Schiff her und blitzen bei jeder Bewegung. Wenn man dann mit dem Scheinwerfer ins Wasser leuchtet, sieht man die ca. 5 cm kleinen Fische und deren knallrote Augen (die einem furchtlos anstarren – hihi).