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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2017
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    Privat

16.12.2007 – 2. Tag

Position: 26°46’94N, 018°09’23W Etmal: 94 SM insgesamt: 191 SM
Spiegeleis am Atlantik
Wir motoren heute den ganzen Tag mit einem Max – Speed von 3,5 Knoten. Spiegelglattes Wasser. Ab Mitternacht soll es etwas besser, windiger werden, sagt der Funk. Ab 04.44 Uhr hat er recht. Es kommen uns oft Delfine besuchen, immer wieder, in Rudeln, verschiedene Rassen, zu zweit, zu dritt, zu sechst, zu zehnt oder noch mehr. Kraftvoll gleiten sie durchs Wasser, springen hoch, oftmals auch in Gruppen und ploetzlich tauchen sie ab und verschwinden wieder. Einmal rollt Michi die Genua aus, um sie nach wenigen Minuten wieder einzuholen. „Fuer was war das jetzt gut??“ – meine Frage. „Was macht man nicht alles fuer einen winzigen Manoeverschluck“ – seine Antwort. Heute hat meine Nespressokaffeemaschine (die Zweite, die Neue – aus ?terreich als Uebergewicht importierte) den Geist aufgegeben. Ist einfach von uns gegangen. Kurz mit den beleuchteten Tasten geflackert – und aus war es. Was mach ich jetzt mit den noch verbleibenden 1500 Nespressokapseln. Die kann ich hoechstens noch als Schmuckkette f?den alten Neptunus bei der Aequatortaufe verwenden – na ja, bunt sind sie ja. Ich glaub, ich will keine neue Maschine mehr. (Die werden nicht alt). Jetzt muss die alte, verl?liche italienische Espressomaschine herhalten, um mich ueber mein Coffein-manko hinweg zu bringen. Zu allem ?erfluss funktioniert auch das Iridiumhandy nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Gerade fuer den Zweck der Wetterinformation gekauft, lassen sich offensichtlich von uns keine brauchbaren Wetterseiten oeffnen. Vielleicht kennt sich einer aus der Leserschar da aus. Dafuer aber – allerdings auch nur ueber Google – unsere Homepage. Und da sehe ich dann, dass mein letztes Foto total unscharf ist. Vielleicht sollte ich eine Tasse Tee trinken und abwartenâ?¦ sonst war heute echt nicht viel los. Um Mitternacht, bei meiner Nachtwache, als ich dies niederschrieb, (Kapitaen Mac Mic) hatte ich eine Vision. Der klare Sternenhimmel ueber uns reflektierte sich vor dem Schiff im spiegelglatten Wasser – ich kam mir vor wie in einem Raumschiff, das durch das All fliegt. Ziemlich langsam allerdings und unser „Antrieb“ klang auch nicht nach einem modernen Photonentriebwerk. Telephine, aeusserst intelligente Bewohner unserer Galaxis, zeichneten mit ihren Rueckenflossen lange Kometenschweife aus fluoriszierenden Plankton neben unsere kleine Biosphaere. Eine sofort wieder verloeschende Schriftzeile im Meer. Eine Nachricht – Fragezeichen. Niemand kann das bisher eindeutig sagen. Wir werden sie weiter liebevoll und voller Bewunderung beobachten. Sternzeit am Raumschiff Shalimardue 0000-1612 und wir schreiben das Jahr 2007. Und ich hab gleich Freiwache.