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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2017
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    Privat

20.12.2007 – 6. Tag

Position: 22°41’83N, 020°25’81W Etmal: 86 SM Insgesamt: 444 SM
Ich bin muede
Bis Mittag haben wir „beigedreht“ auf die angekuendigte Winddrehung gewartet (Segelstellung ist so, dass man eigentlich mehr oder weniger am Stand bleibt). Sollte jemand der Meinung sein, ich haette gerastet, der irrt sich leider. Logbuch und Logbuchbericht schreiben, Mittagessen kochen, abwaschen und kaum war die letzte Gabel verraeumt, kam schon der Befehl, es geht weiter. Dabei haette es mir hier so gut gefallen, wie in der Lagune von Grado vor Anker, die 4 – 5 m hohe Wellenberge spuert man hier fast gar nicht. Inge, da kommst du mit deinen 100.000 Hoehenmeter in deinen Wadln nicht nach. Am Nachmittag stehen wir selbst am Ruder und lassen unseren Knecht Ruprecht (Autopilot) ausrasten, denn wir haben versprochen, wenn er bis in die Karibik aushaelt, wird er geadelt. Dann sind wir mit Sir Ruprecht weiter unterwegs. Die Geraeusche, der Laerm und die ruckartigen Bewegungen, die unser Schiff beim Vorankommen schraeg gegen die Welle von sich gibt, lassen an einen Erholungsschlaf waehrend des Tages leider nicht denken. Und dann kommt die naechste Nacht mit ihren Nachtwachen. Ich bin muede, habe ich das schon erwaehnt? Sogar ich kann von den drei Stunden Freiwache maximal eine schlafen. Ich bin muede. So habe ich eigentlich keine Lust, meine Gedanken waehrend des Wache schiebens aufzuschreiben. Ich habe auch keine Zeit dazu, denn zwischendurch gebe ich mich immer wieder einen Sekundenschlaf hin, um dann hoechstens zwei Minuten spaeter schon wieder auf die Uhr zu schauen, ob die naechste Viertelstunde schon angebrochen ist und ich wieder meine Rundschau halten muss. Kein einziges Mal habe ich sie ausgelassen. Und dann kommt der neue Tag, mit einem wunderschoenen Sonnenaufgang, ich sollte schlafen gehen, aber ich will nicht, ich will den Tag geniessen und verschiebe den Schlaf auf Nachmittag. Zum Fruehstueck gibt’s den herrlichen Schinken und Michi sagt: „solang wir noch am Schinken kratzn, brauchma nit die Fische tratzn“. Waehrend ich hier schreib, hat er doch die Angel ausgebracht und keine fuenf Minuten spaeter stellt sich eine Goldmakrele als unser heutiges Mittagessen vor. Genau richtig fuer zwei Personen, die schon einen „Fisch-unter“ haben.