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Logbuch der SY Shalimardue



November 2017
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    Privat

25.12.2007 – 11. Tag

Position: 19°01’36N, 029°39’37W Etmal: 115 SM Insgesamt: 1.106 SM Restmeilen: 1.824 SM
Spinnakersegeln im Passat zu Weihnachten
Wir haben bei ca. 12 Knoten Wind und einer Welle von ca. 1,5 – 2 Meter unseren Parasail zum ersten Mal im Atlantic (die kurze Strecke in der Strasse von Gibraltar zaehlt nicht) verwendet. Vorerst zu unserer vollen Zufriedenheit – wir liefen einen Superspeed bis zu 10 Knoten. Das ist fuer unseren „schweren Fahrtencat“ eine gute Leistung. Die Gribfiles (Wetterbild ueber Kurzwelle) zeigten bis 15 Kn. Wind aus der richtigen Richtung an, auch die Wellen bewegten sich in dem System. Weil es so gut lief, beschlossen wir, auch in der Nacht den Spi oben zu lassen. In der Daemmerung frischte der Wind zum ersten Mal auf. Bei ca. 20 Kn. und der leicht „erhoehten“ Welle ging es gerade noch. In der Nacht war der Anblick der fluoriszierenden Hecksee, die sich wie in grossen Maeandern ueber die nachlaufende Welle legte, besonders beeindruckend. Beeindruckend war allerdings auch die Geraeuschkulisse, die vom Schiff aus ging. Die Wellen hinuntersurfend, bleibt das Schiff im Wellental fast stehen – der Spi will allerdings flott weiter und legt sich auf die Seite. Die Wanten geben den Klang von gespannten Geigensaiten ab und der Geigenkasten ist unser Boot. Der windige Dirigent ganz oben hatte an dem Tag gute Laune und legte noch ein Schaeuferl nach. Windrichtung und Wellenrichtung aenderten sich fast unmerklich. Unsere Fahrtrichtung vorerst jedoch nicht. Der Autopilot hat seine Mitwirkung an der lauschigen Abendfahrt mit mehreren Piepstoenen gecancelt und sich schlafen gelegt. Rudergehen war angesagt, bei vollem Speed. Daheim singen sie gerade Weihnachtslieder und packen die Geschenke aus. Dann, ploetzlich war der Wind wieder in Normalstaerke da. Den Autopiloten aus dem Daemmerschlaf geweckt und die Nacht war gerettet – denkste. Morgens hatten wir bis 30 Kn. und eine verrueckte Kreuzsee. Um 08.00 war es taghell und der Spi geborgen und wieder in seine Koje verfrachtet. Wir beobachteten unsere zitternden Finger vom Segel bergen und suchten die Koje nach der Voltarensalbe fuer das verrenkte Kreuz ab. Momentan laufen wir 5 – 6 Kn. nur mit der Genua, die wir jederzeit wieder reffen koennen und es ist wieder Ruhe auf dem Schiff eingekehrt. Die Windverhaeltnisse im Wellental sind NICHT dieselben wie am Wellenberg – das ist uns seit gestern besonders klar. Fahrtencats koennen sich nicht, wie eine Einrumpfyacht auf die Seite neigen (wie ein Gummiband), die moegen mit den geschilderten Verhaeltnissen vielleicht besser zurechtkommen – wer weiss. Wir sind nur zu zweit und brauchen auch noch unseren Schoenheitschlaf. Unser buntes Tuch werden wir jedenfalls bei naechster Gelegenheit wieder benutzen und IHM ein wenig Wind geben – aber keine so grossen Wellen mehr.