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Logbuch der SY Shalimardue



November 2017
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    Privat

26.12.2007 – 12. Tag

Position: 18°33’00N, 031°29’73W Etmal: 115 SM Insgesamt: 1.221 SM Restmeilen: 1.717 SM
Drei verschiedene Uhrzeiten
Eigentlich lebt es sich am besten ohne Uhr oder Wecker. Aber darunter wuerde die Wacheinteilung leiden. Ich wuesste dann nie, wann ich frei haette oder geht es mir eher um das, dass ich weiss, wann die Freiwache von Michi beendet ist? Auf jeden Fall gibt es die Bordzeit, die wir heute erstmals an den 30. Laengengrad angepasst haben. Um 12 Uhr Mittag haben wir die Uhr um zwei Stunden nach hinten verschoben. Es war dann 10 Uhr, das heisst, unser morgiges Mega-Etmal hat nicht 24 Stunden, sondern 26 und bis in die Karibik steht uns das noch 3 mal mit je einer Stunde bevor. Greenwich hat die UTC (auf diese Uhrzeit ist unser zweiter Wecker eingestellt, denn diese Zeit brauchen wir fuers Funken oder Radio). UTC ist 00°00′, alle 15 Grad nach Westen ergibt eine Stunde mehr an Bord. Auf ca. 65 Grad West haben wir dann Antillenuhrzeit – minus 5 Stunden UTC. Und irgendwo in der Suedsee ist dann die Datumsgrenze. Eine magische Grenze, denn, wenn Mann – Frau (fuer Feministinnen) genau dort steht, bekommt Mann – Frau zuerst einen GANZEN Tag ABGEZOGEN (den, den wir geschenkt bekommen haben)- bzw. man steht mit einem Fuss in der Zukunft, mit einem in der Vergangenheit, nur der Arsch ist im JETZT. Unser dritter Wecker (Uhr) hat die oesterreichische Zeit, denn es ist eine Funkuhr und trotz mehrmaligem Umstellen erhaelt die Uhr um Punkt Mitternacht ein Signal und ist wieder auf oesterreichische Winterzeit eingestellt. So wissen wir halt immer, wie daheim die Uhren gehen. Kein Stern ist zu sehen und auch der Mond, der volle, hat sich hinter einer Wolkendecke versteckt. Es wartet also eine nicht ganz stockfinstere Nacht auf uns. Die Fahrt auf der Achterbahn geht weiter. Jeden zweiten Tag ist striktes Angelverbot, denn da muessen die Reste vom Vortag verspeist werden. Heute gab es zusaetzlich noch einen rohen Fischsalat, der war aber so was von koestlich. Und ICH habe ihn zubereitet. Michi wuenscht sich so sehr, einmal einen Barracuda an der Angel zu haben, die sind naemlich Kaempfer und lassen sich nicht wie ein nasser Fetzen (so wie die Goldmakrelen) herausziehen. Gestern hab ich meine Zehennaegel mit dem Holzbrett „lackiert“. Heute rotblau, morgen violett, uebermorgen gruen, dann gelb und dann ist hoffentlich der Schmerz auch schon vergessen. Es war naemlich nicht ein Jausenbrettl, sondern mein Kuechenbrett, das mit der Querseite aus der Hoehe der Anrichte auf meine Zehen geflogen kam. Normalerweise reichen meine drei Haende zum Fruehstueck machen, Essen kochen, servieren. Aber heute hat mich leider eine Kreuzsee ueberrascht und meine vierte Hand habe ich dann zum Abstuetzen verwendet und nicht zum Auffangen des Brettes.

Fischfang_am_25.12.jpg

Wellenkaemme.jpg