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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2017
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Ausflug Angelfall “ 3. Tag

Mit venezolanischer Puenktlichkeit geht es so gegen 9 Uhr mit dem Gelaendetaxi zum Hafen der Einbaumboote, oberhalb der Canaimawasserfaelle. 13 Touris, Osvaldo, der Steuermann und ein weiterer Gehilfe klettern in den angeblich “schnellsten“ Einbaum und die vierstuendige Flussfahrt beginnt. Alle muessen die Lifebelts anlegen.

Knapp 15 Minuten Fahrt und wir steigen schon wieder aus. In einem halbstuendigen Spaziergang “umgehen“ wir ein Gebiet mit zu starken Stromschnellen. Wir sind zwar schon vorgewarnt, dass es etwas feucht werden koenne, aber wir haben uns das etwas anders vorgestellt. Die richtige Bekleidung waere NUR eine Badehose mit Brille und Schnorchel gewesen! Die 75 PS schieben den Einbaum ganz schoen flott den Fluss hinauf.

Alles, was nass werden koennte, wird in dicke Plastikplanen verpackt und ist dann unerreichbar, wie z.B. die alte liebe Badehose und unsere Schwerwetterjacken. Die erste Stromschnelle, die wir “hinauf fahren“ zeigt uns dann, was uns erwartet. Wir sind waschelnass “ alle 16. Das Wasser kommt wie mit Eimern ueber uns. Es war uns auch unbekannt, dass man solche Stromschnellen ueberhaupt so schnell rauf fahren kann.

Bei einem kleineren Wasserfall mit Bassin machen wir einen Badestopp. Das Lunchpaket erhalten wir aber erst waehrend der ersten Minuten der Weiterfahrt. Michi sagt, er kommt sich vor, als ob er unter der Dusche sein Mittagessen einnehmen wuerde. Wieder alles nass.

Bei manchen Stromschnellen haben wir leichte Grundberuehrung. Aber unser Steuermann ist super. Die Fahrt und die Duschen gehen weiter, zeitweise wie im kochenden Wasser, der Fluss wird enger und “steiler“, zwischen haushohen Granitbloecken vorbei, die wir im Zentimeterabstand passieren. Dann Motor hoch und gleich drauf wieder Vollgas. Koepfe einziehen, es geht unter Gestruepp weiter. Dann wieder ruhiges Wasser, die Tafelberge sind weithin sichtbar. Den Rio Carrao und den Rio Churun entlang, weiter bis zur Isla Ratoncita (Ratteninsel) und dort beziehen wir in unserem Basislager “ total nass “ unsere Haengematten.

Laut Osvaldo sollen wir nun lange Hosen und lange T-Shirts anziehen, wegen der Moskitos. Und es geht gleich wieder los. Auf unsere Frage, ob wir nun wieder nass werden, sagt er vehement: “no, no problem“. Na gut, dann halt hinein in mein “Nachtgewand“. Rein ins Kanu, nur ueber den Fluss auf die andere Seite “ und schon sind wir ALLE wieder klatschnass. Egal, nach der einen Stunde Aufstieg zum Aussichtspunkt haette ich auch ganz trockenes Gewand ganz nass geschwitzt. Meine rechte Huefte und mein linkes Knie schmerzen extrem.
Es wird aufwaerts durch ueppigen Regenwald Richtung Wasserfall “gewandert“! Zuerst flach und gatschig (egal, die Schuhe sind eh schon nass). Mit Lianenhilfe ueber diverse kleine Baechlein, danach etwas steiler und steil und dann ganz, ganz steil.

Am Aussichtspunkt unter dem Angelfall angekommen, entschaedigt diese Aussicht alle unsere Badeeinlagen des Tages. Wir koennen den groessten Wasserfall der Erde (mit fast 1000 Metern) als Ganzes bewundern, was, wie erfahrene Angelfaller sagen, ganz selten ist. Meistens ist der Gipfel in Wolken gehuellt. Einzigartiger Anblick und unvergesslich. Eine Stunde rauf “ halbe Stunde Aufenthalt – eine Stunde runter. Bei der Rueckfahrt “ Ueberquerung des Flusses, erhalten wir fuer heute die letzte Volldusche.

Angelfall Tag 3.jpg

Im Camp laufen die letzten Vorbereitungen fuers Abendessen “ Huehner am Spiess bei offenem Feuer. Halb nackt, nur mit der Decke fuer die Haengematte bekleidet, sitzen wir zu Tisch. Das einzig trockene Kleidungsstueck ist die Badehose. Kaum dass wir uns zur wohlverdienten Nachtruhe begeben haben, oeffnet der Himmel saemtlichen Schleusen. Wie gut, dass unser Lager relativ gut ueberdacht ist und unsere Matten sich in der Mitte des Lagers befinden. Die restliche Nacht begleitet uns die Musik des heftigen Regens. Das einzige Licht spendet uns eine Kerze, die jedoch bald verlischt.

Angelfall Tag 3 a.jpg