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Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
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Ausflug ins Walmuseum

Bequia blickt auf eine lange Tradition des Walfanges zurueck. Auch heute noch ist es den Bewohnern offiziell erlaubt, eine limitierte Anzahl (4 Stueck pro Jahr) fuer die eigene Verwertung zu erlegen.

Wir machen uns “ wieder zu Fuss “ auf den Weg ins „Whaling and Maritime Museum“ auf der anderen Seite der Insel. Diesmal begegnen uns nur Busse und Taxis, die zum Flughafen fahren und keine Spaziergaenger. Endlich kommen wir an. Das Museum hat 7 Tage der Woche geoeffnet und wir sind die einzigen Besucher. Ein paar Walknochen, diverse Ausruestungsgegenstaende und naive Bilder vom gefahrvollen Einsatz der kleinen Boote sind zu sehen. Sonst eigentlich nix. Wahrscheinlich brauchen sie die anderen “Gegenstaende“ noch zum “Walejagen“?

Walmuseum.jpg

der ganze Stolz vom Walmuseum.jpg

Nach kurzer Zeit sind wir wieder auf der Strasse und marschieren zuegig weiter. Ein Regenschauer zwingt uns, das einzige Lokal weit und breit aufzusuchen. Bereits um 10 Uhr stehen vor den Einheimischen je ein Flachmann mit Rum, eine kleine Flasche Wasser und ein Glas. In diesem Ort leben vorwiegend Caribindianer und von einem werde ich auf einen Rum eingeladen. 84,5 % Alkohol “ mir brennt die Zunge und ich bin einige Zeit “sprachlos“. Michi schimpft ueber die Idee, das hochprozentige Zeug einfach so zu probieren und alle Anwesenden lachen. Diese trinken es allerdings mit Wasser!!

Am Rueckweg bewundere ich eine Anlage und so werden wir von Simmons “ der seit 30 Jahren fuer die edlen Holzhuetten und die gepflegte Gartengestaltung verantwortlich ist “ eingeladen, diese zu besichtigen.

privates Cottage.jpg

Walfischkopf.jpg

Von ihm erfahren wir mehr Wissenswertes ueber den Walfang als im Museum. Sein Sohn ist heute ein “Whaler“, der in der Zeit von Jaenner bis April in einem der beiden 8 Meter langen Ruderboote aus Zedernholz (mit Segelunterstuetzung) mit “ aus der Hand geworfenen – Harpunen bewaffnet auf Walfang geht.

Boot zum Walfischfang.jpg

Windfahne mit Walfischfangmotiv.jpg

Voriges Jahr wurde nur ein Wal erlegt. Nach erfolgreicher Jagd wird jedes Gramm des getoeteten Giganten an Ort und Stelle verwertet. Jeder will ein Stueck Walfleisch haben, das als ganz besondere Staerkung gilt. „Leider ist Whalewatching statt Walfang keine Option, da die Tiere fern von der Kueste vorbeiziehen und die See dort zu rau ist, um mit Gaesten so weit hinauszufahren. Die meisten Leute sind ja schon froh, wenn sie die Ueberfahrt von St.Vincent nach Bequia heil ueberstanden haben.“

Am Heimweg finden wir einen “privaten“ Chauffeur, der sich meiner mueden Fuesse erbarmt. Er laesst uns hinten aufsitzen, erklaert uns aber, dass der Starter nicht funktioniert und er deswegen abwaerts rollen muss, bis der Wagen anspringt. Wohlbehalten laesst er uns am Dingidock aussteigen.

privates Taxi.jpg

Am Abend treffen wir dann in der “Whaleboner Bar“ andere Segler und sitzen auf Walwirbelhockern und schluerfen unseren Drink von den Kieferknochen. Meine Gedanken aber sind bei den grossen grauen Riesen des Meeres.