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Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
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    Privat

Eine kleine Geschichte!

Wir wollten fuer unsere 3 Reserve-Benzintanks (a – 22 lt.) einen Schutz gegen die doch starke Sonneneinwirkung. In einem Stoffladen in Santa Cruz erstand ich im Sonderangebot so ca. 10 m2 sonnenfesten Markisenstoff “ blau weiss “ wie unser Schiff eben so ist. Nachdem wir NOCH NICHT im Besitze einer kleinen Naehmaschine sind, blieb mir nichts anderes uebrig, als mir diese Dienste “zuzukaufen“. Nachdem ich mit Maria (wird normalerweise mit “mein Schatzi“ angesprochen) mehr oder weniger streitfrei die Bahnen und Seitenteile zugeschnitten hatte, begab ich mich auf den Weg zu den “Schneidern“ dieser Stadt. Was fuer ein Weg “ hab ich schon erwaehnt, dass dieses Santa Cruz auf einer nicht enden wollenden Bergflanke erbaut wurde und ebene Wege absolut unbekannt sind? 27 Grad vom alten Celsius begleiteten mich nach oben in die steilen Gassen.

Im ersten Laden blickte ich in ein gangaehnliches “Geschaeft“, wo mindestens 4 Naehmaschinen froehlich vor sich hin summten. Auf die Frage: do you speak engish “ italiano “ DEUTSCH, heftiges Kopfschuetteln (wie eigentlich hier immer), also dann probieren wir es in Taubstummensprache mit zusaetzlicher heftiger Gestik. (Wie macht man eine Naehmaschine nach??) Nach laengerem Herumgedeuteln stand fest: die von mir gewuenschte “Leistung“ wird mindestens eine Woche in Anspruch nehmen, wenn nicht noch laenger. (Die Feiertage momentan bringen alles durcheinander). Aber die Geschaeftsfuehrerin hatte noch eine super Idee “ ein paar Strassen bergan und dann links, praktisch in der unmittelbaren Naehe, betreibt ein Tapezierer sein Geschaeft, an den moege ich mich wenden! Aber der hat jetzt leider zu und kommt in etwa einer halben Stunde – verlaesslich. Ich ging zu der genau aufgeschriebenen Adresse und blickte auf eine Strasse, wo ALLE Tueren zu waren “ auch die Fenster. Also ging ich auf und ab “ weil “eben“ geht dort eben nicht – und wartete auf die allgemeine Oeffnung der Geschaefte dieser Strasse. Beim Vorbeimarsch linste ich bei einem Fenster hinein und sah NIX!! Das Haus war innen abgerissen und nur die Fassade stand noch. Das schrie nach einem Cervesa (Bier auf Spanisch). Der Schankbursche war wieder einmal nur seiner eigenen Muttersprache maechtig. Mitleidige Mittrinker ermutigten mich jedoch, den Berg noch weiter empor zu klimmen, weil dort oben eine Dame GENAU diese Dienste anbietet, nach denen ich lechzte. Dort, fusskrank angekommen, fand ich mich in einer Designerwerkstatt fuer Damenkleider wieder, die gerade eine Hochzeitskollektion ausarbeitete. Ich musste mich etwas gedulden, da die Chefin anderweitig mit Heiratswuetigen beschaeftigt war und genoss vorerst die Aussicht. Ich sah den Hafen und unser Boot von oben – aus der Flugzeugperspektive. Nachdem ich “vorgelassen“ wurde und wir uns auf die einzige moegliche Sprache Spanisch geeinigt hatten, die wir konnten “ sie schon, ich nicht, ging es wieder mit dem Zeigen los. Ich hab keine Ahnung, was sich diese nette Dame gedacht hat, was ich von ihr fuer ein spezielles Kleidungsstueck designed haben moechte. Weil selbst fuer einen XXXL-BH waeren unsere 3 Kanisterabdeckungen zu gross! Jedenfalls bekomme ich die 3 “Kleidungsstuecke“ noch vor unserer Abreise, designed von mir, aber zum Preis dieser edlen Werkstaette.

Nachdem ich aber bei jeder Abdeckung noch zwei Oesen haben wollte und diese leider nicht lagernd waren, fand ich mich auf der anderer Seite der Stadt wieder, in einem Knopfladen auf Meeresniveau, wo man eine Nummer ziehen muss, um ueberhaupt einmal dran zu kommen. Ich erstand sofort eine komplette Naehausstattung mit 4 edlen Fingerhueten, 2 Ballen festes Garn und meine Oesen. Aber das ist eine andere Geschichte.

SantaCruz.jpg