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Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
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Grenada “ Turtlewatching

In der Prickly Bay werden wir taeglich via Funk ueber Wetter, gute Einkaufsmoeglichkeiten sowie diverse Tanzveranstaltungen am Muttertag am Laufenden gehalten. Aber auch “ fuer uns wieder interessanter “ ueber einen Ausflug zur Schildkroeteneiablage in der Levera Bay informiert.

Um 19 Uhr werden wir abgeholt und es geht ueber die Insel Richtung Norden. Nach 1 1/2 Stunden Fahrt sind wir am Ziel. Es “fuehrt“ uns ein Guide, der mit einer kleinen roten Funzel vor uns hergeht. Nach einem anstrengenden Marsch ueber den von einem ganz kleinen Mond beschienen Strand sehen wir bald die erste Schildkroete. Ein “Riesending“ hebt sich da aus dem Sand ab. Gestern waren 21 grosse Lederschildkroeten bei der Eiablage gezaehlt worden. Heute allerdings (bis Mitternacht) nur zwei, wovon die erste bereits die Eier gelegt und das Nest schon mit ihren Hinterfuessen, die wie Paddel aussehen, zufegt.

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Die zweite graebt gerade ihr Loch und die beiden Studenten vermessen die Turtle, die Position des Geleges sowie die Zahl der gelegten Eier. Diese hat 80 grosse und 25 kleine abgelegt. Meine Frage, ob die Groesse eine Bedeutung hat, wird so beantwortet, dass die kleinen nur als Fuellmaterial fuer die grossen herhalten muessen.

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Nach 65 bis 70 Tagen schluepfen die jungen Turtles und suchen sogleich das Wasser auf. Der Weg ins Meer “ sie sind eine leichte Beute fuer Moewen, Krabben, Echsen und Katzen – ist fuer die Jungtiere sehr gefaehrlich. Und wenn sie im Wasser nicht gleich einem hungrigen Raubfisch zum Opfer fallen, dann kehren trotzdem nur ca. 1 % der weiblichen Schildkroeten im Alter von 10 und mehr Jahren an den Strand zurueck, wo sie geschluepft sind und nun selbst wieder Eier ablegen.

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Unsere Gruppe erfaehrt noch sehr viel Interessantes:
Die Lederschildkroete ist die groesste lebende Schildkroete mit einer “Panzerlaenge“ von bis zu 2 ½ Meter und einem Gewicht bis zu 700 kg. Anders als alle anderen Schildkroeten besitzt die Lederschildkroete keinen typischen Rueckenschild mit Hornschuppen. Der lose zusammenhaengende Knochenpanzer ist bei ihr vielmehr von einer derben lederartigen Haut umgeben. Mit Tiefen von bis zu 1.200 Meter tauchen diese Tiere extrem tief und waehrend eines Jahres legen sie so an die 10.000 Seemeilen zurueck.

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Wie die echten Meeresschildkroeten sind die Lederschildkroeten, insbesondere im Pazifik, in ihrem Bestand gefaehrdet. Gruende dafuer sind nicht nur die Jagd, die Entnahme der Eier aus den Nestern zum Verzehr, sondern auch die Fischerei. Die Schildkroeten verfangen sich in den Netzen, den langen Leinen und ersticken auf Grund von Luftmangel unter Wasser. Mitunter halten sie im Wasser treibende Plastiksaecke fuer Quallen und verzehren sie. Auch das kann fuer diese Tiere toedlich sein.

Heute werden grosse Teile dieser traditionellen Eiablagestraende waehrend der Fortpflanzungszeit Tag und Nacht ueberwacht. Bleibt zu hoffen, dass sich die Bestaende der “Leatherbagturtles“ durch diese Schutzmassnahmen allmaehlich wieder erholen.

Die gesamte Fuehrung und auch die Unterhaltung im Bus war (wie immer hier) englisch “ amerikanisch und ich hoffe, ich habe das Verstandene nun auch richtig wieder gegeben.