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Logbuch der SY Shalimardue



November 2017
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    Privat

Ibiza “ spanisches Festland

15.08.
Aufstehen um 02.00 Uhr – auslaufen in eine stockdunkle Nacht “ sonst geht es sich nicht aus, dass wir IRGENDWO in Spanien bei Tag ankommen, sagt mein Skipper und macht die erste Wache.
Bei unserem singhalesischen Freund Rathanasiri, einem buddhistischen Mönch, habe ich auf seinem privaten Meditationsweg (maximal 100 m langer Weg zwischen Pfeffersträuchern und Palmen) meine „first lession in meditation“ erhalten. Nun, bei meiner Nachtwache, kann ich während der zwei Stunden ebenfalls meditieren, d.h., meinen Gedanken freien Lauf lassen bzw. gänzlich abschalten.
Im Tageslicht sieht Michi, dass sich die Sicherung einer Segellatte „zerarbeitet“ hat und nur noch gnadenhalber die Latte nicht herausgerauscht ist. Bis jetzt dachten wir immer – Vorwindkurs ist DER Kurs für uns Catsegler. Aber siehe da, mit 22 Knoten Wind segeln wir mit fast 8 Knoten Speed dahin, obwohl die doch recht hohe Welle quer voraus zum Schiff steht. Trotzdem muss das Segel herunter und die Latte geborgen werden. Gut gesichert muss mein Skipp vor den Mast und 10 min. später ist alles wieder ok. Im Inneren schaut es zwischenzeitlich schon wie nach einem Bombenangriff aus. Alles, was am Tisch war, Wecker, Würfelbecher und Würfelbrett, Zeitschriften, Bücher, Schreibzeug – liegt am Boden. Alles, was in der Küche herumsteht und ebenfalls „fliegen“ hätte können, habe ich kurzfristig auf den Boden gestellt, somit kann es nicht mehr weiter runterfallen. Ich bin wohl ziemlich verwöhnt von und am Cat, denn normalerweise brauche ich nichts verräumen, es „fliegt“ nichts, aber heute war es wirklich etwas ruppig. Selbst die Laden (mit Sicherung!), sonst überhaupt nicht lebhaft, wollen ständig rausgehen!
Um 15.00 laufen wir in die Marina „real club nautico Denia“ ein. Dies war ursprünglich nicht unser Zielhafen, aber um den Wind fürs Segeln auszunützen, haben wir das Ziel wieder einmal geändert. Der Marinero im Club hat uns zuerst ignoriert, dann mein Pfiff (nicht ganz ladylike zwischen zwei Fingern – danke an meinen Papa, dass er mir dies schon in Jugendjahren beigebracht hat und ich werde mich bemühen, dies auch an mein Mäuslein Sanna weiterzugeben) und schon konnten wir zum zugewiesenen Platz folgen. Bei Böen mit 6 – 8 Bft. von der Seite kein leichtes Manöver für meinen Skipper. Beim zweiten Anlauf – der erste hätte uns in die Betonmole gebracht – hat alles bestens geklappt. Mooring aufgenommen und festgemacht. Da der Wind danach noch stärker wurde, war ich sehr froh, sicher und gut vertäut zu liegen..
Obwohl nach 14 Stunden �berfahrt rechtschaffen müde, nutze ich die Zeit, aufzuräumen und den gro�en Staubsauger schwingen zu können. Michi ist im Marinabüro und erfährt, dass morgen noch mehr Wind sein wird, und das, obwohl eine Regatta für den Club vorgesehen wäre, und dass ein Segler oder Motorboot im Sturm während einer Seitenlage Wasser aufgenommen hat und schwer beschädigt ist.
Es blitzt und blankt nur so und ich bin bereit, der Einladung von meinem Skipper zu einem Stadtbesuch zu folgen. Vorher gibt es am Schiff – na was schon – Risotto mit Thunfisch. Hmhmhm. Es ist leider schon die vorletzte Portion und ich hoffe, den Herrn Fisherman bald wieder zu einem Angelversuch zu überreden. Dies wollte ich während der Ã?berfahrt schon tun, aber da hat er total verweigert. Er sagte, nur wenn es die eventuelle Möglichkeit gäbe – 1:1000 – ein Lamm mit blauen Augen zu fangen – den Haken in der Oberlippe, wenn es nach dem nachgezogenen Salbeibüschel beiÃ?t, egal, auch wenn es Schwimmflossen haben sollte, dann ja, sonst geht er erst frühestens in einer Woche wieder auf Thunfischfang.
Kaum in der Stadt, sind wir mittendrin in einer Parade von Hundertschaften sehr orientalisch – maurisch aussehender Gruppen die in breiter Front dicht nebeneinander, hinter einem Vortänzer “ oder Capitan, im wiegenden Schritt marschieren. Dahinter die “Musik“ die einen riesen Wirbel macht (mit Pauken und Trompeten). Furchterregend, farbenprächtig und herrlich anzusehen. So ganz haben wir noch nicht verstanden, um was es sich eigentlich dabei wirklich handelt, aber ich werde versuchen, mit meinem Wörterbuch die Einladung (DESFILE DE GALA “ Capitania Mora)zu übersetzen.
Mit einem Glas Rotwein – leider noch immer kein Rioja – beenden wir den ausgefüllten Tag im Marinalokal bei free jazz. Die waren vor uns müde und beendeten ihr Gastspiel, obwohl wir noch lange hätten zuhören mögen.

16.08.
Der Wind hat zwar wie angekündigt, von Süd auf Nord gedreht, aber die Windstärke ist bei weitem nicht das, was von der Marina für die Regatta befürchtet war. Wir finden den einzigen offenen Laden mit Schiffszubehör, decken uns mit mehr als ursprünglich vorgesehen, ein und hoffen, morgen wieder ein Stück weitersegeln zu können. Endlich haben wir auch Tapas verkostet, Rioja aber noch immer nicht.

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