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Logbuch der SY Shalimardue



November 2017
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    Privat

Korfu

Für die Zeit 05.40 (auslaufen in Brindisi) und 15.00 Uhr (einlaufen in Otranto) benötigen wir nur eine Motorstunde. Den Rest wieder herrlichstes Spinakersegeln. Wir korrigieren hin und wieder die Segeleinstellung bzw. den Kurs, um zu unseren wohlverdienten Manöverschlucks zu kommen. In Otranto gibt es eine Marina vom Club Lega Navale, wo wir seit Jahren Mitglieder sind. Leider, wie bereits einige Male erlebt, auch hier kein Platz für „soci“ – Mitglieder, sondern nur für Dauerlieger. Daher ankern wir vor der alten Wehranlage bei nach wie vor viel Wind und die Welle steht auch direkt herein. Nach einem Spaziergang in der herrlichen Altstadt stimmen wir uns mit griechischer Musik und einem Glas Rotwein auf den nächsten Abschnitt ein.
Leider dauert die Nachtruhe nur eine knappe Stunde. Der Wind hat in der Zwischenzeit fast aufgehört, dafür steht jetzt die Welle genau quer zum Schiff und uns beutelt es hin und her wie eine Palatschinke beim Wenden. Wir überlegen kurz, ob wir auf ein Fischerbootpackl gehen sollen, entschlie�en uns dann aber, gleich (es ist 23.15 Uhr) Richtung Korfu auszulaufen. Ein Feuerwerk wird gerade abgeschossen und der Vollmond leuchtet silbern ins Wasser. Gegen Ende meiner Nachtwache (00.00 bis 02.00) kann ich bereits die Genua setzen und als ich um 04.00 zu meiner nächsten Wache gerufen werde, ist der Motor bereits weg und wir segeln mit 5 Knoten Richtung Korfu. Ich danke meinem Vater für die weitergegebenen Gene, die es mir ermöglichen, immer und überall sofort einschlafen zu können und nichts mehr zu hören. Bin sehr froh, diesbezüglich nichts von meiner Mutter zu haben, die jeden Piepston hört.
Wir schlieÃ?en uns mittels sms mit unseren Freunden Doris und Volte von der „SY Santana“ kurz und vereinbaren ein Treffen in der Marina Gouvia auf Korfu. Knapp 80 SM und 15 Stunden später liegen wir am Steg. Die Küche an Bord bleibt kalt und wir essen einen herrlichen Lammtopf – den Namen dafür habe ich leider schon wieder vergessen, ich hoffe, es war nicht der Ouzo bzw. der köstliche Malamatina (Retsina) dafür verantwortlich, sondern schlicht und einfach Vergesslichkeit bzw. Müdigkeit, die uns um ??? ins Bett fallen hat lassen. Letzte Nacht haben wir nur drei Stunden geschlafen.
Ausgeschlafen und voller Tatendrang nehmen wir heute, 02.07.07 das gro�zügige Angebot von Volte in Anspruch, unser Chauffeur zu sein. Er und seine Doris verbringen viele Monate im Jahr im ionischen Meer und so hat er sein Auto hier in Korfu. Nachdem wir Michis Bierdepot und frisches Obst und Gemüse aufgefüllt haben, wollen wir noch eine der beiden in Aquileia aufgefüllten zwei Gasflaschen nachfüllen, da diese undicht und bereits ausgelaufen war. Dabei stellt Michi fest, dass auch die zweite schon am Ende ist.
Während die beiden Männer in der Mittagshitze die Einkäufe erledigen, will ich die letzten Berichte fürs Logbuch schreiben. Ich setze mich an meinen Computer und ………….. nix geht mehr. Er lässt sich nicht mehr einschalten. Dabei habe ich ihn immer auf weicher Unterlage „geparkt“. Ich weiÃ?, es waren hohe Wellen und schwere StöÃ?e für meinen Laptop zu verkraften, aber Michis „Schleppi“ fiel während einer „krötigen“ Welle aus ca. 1 m Höhe – zwar auf einen Teppichboden – aber immerhin. Der geht und meiner nicht. So bringe ich diesen Bericht halt mittels Memorystick ins nächste Internetcafe. Ich hoffe nur, dass ich nicht davon abhängig sein muss. Michis Computer hat ja schon vor geraumer Zeit einen “Schlag“ abbekommen und ist leider fürs Funkmail nicht mehr verwendbar. Auf diesem Weg möchte ich mich nochmals bei Doris und Volte für ihre Hilfestellung bzw. alle Tipps fürs ionische Meer bedanken. Das ist gelebte Freundschaft. Danke.