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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2017
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Lefkas – Ithaka

16.7. Gestern gabs Sturmwarnung für die Ã?gäis. Bei uns im ionischen Meer können wir das Plankton bei Windstille hören, das Geräusch knistert fast wie ein Wiesenfeuer. Heute früh ist mir doch tatsächlich eine Stunde gestohlen worden. Unser Wecker lässt sich bei Tag auf die Zeit von hier umstellen (plus eine Stunde gegenüber daheim), allerdings um Mitternacht vergisst er das wieder und geht um die eine Stunde zurück. Daher sind wir erst etwas später aus Lefkas ausgelaufen und fahren dann an den Orten von der Seeseite vorbei, wo wir gestern mit unserem Moped gedüst sind. Von hier stören die neuen Häuser auf den heraus gesprengten Grundstücken ganz besonders. Nach knapp 10 Seemeilen unter Motor fällt unser Anker in der Vlicho-Bucht, im Hafenhandbuch als „tranquillo bay“ benannt. Obwohl schon viele Boote hier ankern und auch viele Charterflottilien an der Mole liegen, ist die Bucht wirklich ruhig. Nur unser Windgenerator ist zu hören. Wir lernen zwei nette Engländer, mit einer Prout 37 kennen, die bereits zwei Jahre hier im ionischen Meer leben. Den Hinweis, auf Meganisi darauf zu achten, dass keine Ratten auf unser Boot kommen können, werden wir sicher ganz genau beachten. 17.7. Auf der Fahrt nach Meganisi mit seinen wunderschönen nordöstlichen Buchten kommen wir an Skorpios, der Onassisinsel vorbei, wo ein Kontrollschiff vermutlich jeden Ankerversuch sofort verbietet. Die erste Bucht Makrya gefällt mir ganz besonders gut, wir wollen jedoch noch weitere besichtigen. Kurzfristig beschlieÃ?en wir dann, diese jedoch erst auf der Rückfahrt zu besuchen und gleich weiter nach Ithaka zu fahren. Für fünf Minuten kommt ein schöner Wind auf. Wir – Segel hinauf – vier Minuten segeln – Windstille – Segel wieder herunter. Erst kurz vor der Insel Atokos kommt ein leichter Westwind auf und wir kreuzen bis knapp vor die Einfahrt Vathi auf Ithaka. Ithaka und Odysseus gehören zusammen und wir werden sicher einige seiner Spuren in den nächsten Tagen verfolgen. Ich hab mich inzwischen in die griechische Mythologie eingelesen. Nach ein paar Seiten schwirrt einem schon der Kopf von den vielen Namen, die zwar teils bekannt, aber die meisten doch neu sind. Die Familiengeschichte derer von Zeus liest sich wie eine Horrorsage. Zuerst entmannt Kronos (der Vater von Zeus) seinen Vater Uranos (Opa von Zeus) und heiratet seine eigene Schwester Rhea. Die gemeinsamen Kinder wurden zuerst alle vom Vater „gefressen“, bis auf Zeus, der durch eine List entkam. Später zwingt er seinen Vater, die Gefressenen wieder auszuspeien, so kommen wir zu Poseidon und seinen 4 Geschwistern. Er führt dann noch Krieg mit seinem Erzeuger und besiegt ihn und sperrt ihn ein. Zeus teilte die Welt unter seinen Geschwistern neu auf. Die GroÃ?mutter des Zeus kann mit dem entmannten Ehemann nix mehr anfangen und heiratet den alten Pontos und bekommt jede Menge Kinder und sogar 50 Nereiden (die die Wellen des Meeres verkörpern). Zeus selber heiratete seine Hera, der er allerdings nicht besonders treu war und sie nicht zimperlich, ihre Rivalinnen zu entfernen. Er war hinter jedem Rock her und dachte sich immer mehr Tricks aus, um zum Ziel zu kommen. So kam eine ganz schöne Verwandtschaft zusammen, da dem Herrn Zeus Verhütung absolut fremd war. Dass diese Verwandtschaft sich noch bekriegte und gegenseitig umbrachte, versteht sich von selbst. Bei der Seefahrt interessiert uns noch der Bruder Poseidon, der mit seinen Kindern, die er mit zahlreichen Göttinnen und sterblichen Frauen zeugte, kein besonderes Glück hatte. Einer seiner Sprösslinge war Polyphem, dem der spätere Odysseus das einzige Auge ausstach und dadurch seinen Vater fuchsteufelswild machte. Hinter dem Odysseus war er dann auch noch besonders her, was wiederum zur Odyssee des Helden von Troja führte. Und in dessen Heimathafen Vathi haben wir gerade unseren Anker geworfen und beobachten das Chaos der ankernden Flottiliencharterern.