Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
M D M D F S S
« Sep    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Archiv

Google



    Privat

Odyssee im Land des Odysseus

Wir bleiben in Vathi vor Anker. Nach dem Frühstück gehen wir auf die Suche nach einem Roller, Skooter oder sonst ein Vehikel für zwei reiselustige Segler. Der erste Laden ist noch im Schlaf und hat auÃ?erdem einen Haufen beschädigter Mopeds in einem eingezäunten Grund auf Lager. Wir nehmen den zweiten vor Ort und bekommen ein Gefährt älterer Bauart, nix so Edles wie in Lefkas. Benzin: Fehlanzeige! Zuerst tanken, dann fahren!! Okay, kein Problem – ah, es fehlt auch noch das öl – also öl rein und los.
Unsere Krücke hustet schon bei den ersten Metern, dabei ist der Berg noch gar nicht in Sichtweite. Wir wollen auf den Spuren von Odysseus wandeln und haben uns vorgenommen, sämtliche „Tempel und Museen“ auf dem Wegen von Ithaka uns anzuschauen. Aber zuerst geht es steil bergan – langsam im Schritt-Tempo – weil unser „Rennpferd“ ein langsamer Esel ist, auf dem von den zweien zumindest ein übergewichtiger Platz genommen hat und die Zügel führt. Nach der ersten Steigung braucht er Pause, wir auch, weil es so schön ist, und der Fotoapparat wird so richtig hergenommen, es wird abgelichtet bis er glüht. Durch die langsame Fahrweise bleibt uns auch der lästige kühle Fahrtwind erspart, der bei 40 Grad im Schatten zu Verkühlungen führen kann! Wir kommen langsam immer höher hinauf, nur unterbrochen von Fotoexzessen. Das Kloster der Katharinen ist unser 1. Ziel. Wie die Mönche allerdings auf die Idee gekommen sind, dort oben ein Kloster zu bauen, wo selbst die Ziegen Steigeisen tragen, wird uns für immer ein Rätsel bleiben. Jedenfalls ist das anscheinend ein sehr heiliger Platz oder Wallfahrtsort – nach den Votivgaben zu urteilen, die in der Kirche ausgestellt sind. Aber von Odysseus weit und breit keine Spur. Wir treiben unseren Esel bis in die nächste Ortschaft und kehren beim Kirchenwirt ein bzw. beim einzigen weit und breit. Wasser und Bier für die Reiter – und weiter geht die wilde Jagd – diesmal bergab. Nachdem unser Esel keine Motorbremse hat, hält uns nur die Handhinterbremse von einem neuen Geschwindigkeitsrekord auf Bergstrassen ab. Die Kiste glüht!! Wir knattern in das nächste Dorf, wo sich unser Gefährt im Schatten auskühlen kann und wir uns zu einer Labestation schleppen. Vor lauter Angst der drohenden Dehydrierung, wird zuerst WASSER bestellt, was bei uns sonst ganz selten praktiziert wird. Ein Suflaki und eine gegrillte Leber begleiten uns über die Mittagspause. Und – die erste Spur vom Odysseus – im Park steht eine Büste von IHM. Das Lokal daneben heiÃ?t POLYPHEM (der mit dem einen Auge) – auch eine Spur – na ja. Aber jetzt gehts richtig los, wir galoppieren mit unserem ausgerasteten Esel ins nahe gelegene historische Museum. Ein Raum, vier Vitrinen, ein paar Vasen und eine Museumsdirektorin, die uns auf die Highlights des Hauses aufmerksam macht, bevor wir es enttäuscht verlassen. Eine kleine Scherbe, so 3 x 4 cm, auf dem der Name von IHM auf der Seite eingraviert sein soll- ein Unikat – ich bekomme zwar keine Lupe bin aber sehr begeistert. Unser historischer Weg führt uns nun zur „SCHULE DES HOMER“, der ja hier gelebt und seine groÃ?en Epen geschrieben haben soll. Alles groÃ? und gut beschildert, aber was ist das? Der Weg führt weg von der StraÃ?e und wird zum Weg ohne Asphalt, aber mit heftigen Steigungen und dem Gegenteil! Und immer enger, letztlich endet er an einem Gatter. Wir drehen um und nach 50 m kommt ein kleines Schild (auf Griechisch), welches die Böschung hinunter weiÃ?t. Maria macht sich auf den Weg, weil ich unseren Esel bewachen will und kommt mit der Kunde zurück, dass sie zwei gekennzeichnete Mauerreste gesehen hat, offensichtlich der Rest der Schule von Homer!! Wir knattern dann noch den nächsten Berg hoch, weil er grad da steht und nachdem unser Untersatz wieder einmal KO geht, dieselbe Strecke wieder zurück. Auf dem Weg nach Vathi lockt uns noch ein Schild mit dem Versprechen, einen Tempel zu sehen. Wir folgen der Strasse ca. 1 km und landen auf einem Feld mit alten Olivenbäumen, aber nix mit TEMPEL. Nachdem Maria zwei Ziegengatter ohne Erfolg durchquert hat, fällt uns ein Zaungeviert auf. Ha – der Tempel – aber leider noch unter der Erde – nur durch behauene Steine erkennbar. Da uns weitere Informationen über das Bauwerk fehlen, fahren wir weiter nach Vathi und sind sofort aufs Schiff zurück und ins Wasser hinein. Weitere längere Landausflüge sind voraussichtlich in nächster Zeit gestrichen.

0dysseus.jpg

Endstation.jpg

HafenvonVathi.jpg

Ithaka.jpg

Ithaka1.jpg

pelikane.jpg

SchuledesHomer.jpg

TempelunterderErde.jpg

tranquilla _bay.jpg

undnocheineschöneAussicht.jpg

wirZwei.jpg