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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2017
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Resuemee Ueberstellungstoern von Grado auf die Kanaren

Italien – Adria 18.06. – 30.06.
Am 18.06. Abschied von Grado, bereits in Venedig können wir uns auf die überhöhten Liegeplatzgebühren für Catamarane vorbereiten. Bisher haben wir unseren vier- bis sechswöchigen Urlaub immer in Kroatien bzw. Dalmatien in wunderschönen Buchten verbracht, wo wir höchstens Bojengebühr zu bezahlen hatten. Der Wind ist leider auch nicht auf unserer Seite, leider weht er meistens aus Süd und in diese Richtung sind wir unterwegs. Die „Beinahe-Bergung“ einer Rettungsinsel im Golfo di Manfredonia (bei Starkwind und ruppiger See) entpuppte sich Gott sei dank als Ã?bungsveranstaltung der Küstenwache, sie wird mir aber trotzdem immer in Erinnerung bleiben. Kulinarisch werden wir in Italien wie immer verwöhnt, sei es in einem guten Restaurant, einer einfachen Fischerkneipe oder bei uns am Schiff.
Griechenland – Mittelmeer 30.06. – 25.07.
Um Mitternacht queren wir die StraÃ?e von Otranto (viel Fährverkehr) und freuen uns, am Abend mit unseren Freunden das erste „Lammkleftikas“ zu verkosten. Laptop kaputt, ein neuer wird „eingeflogen“. Wir buchteln gut drei Wochen und genieÃ?en das Nichtstun. Bis auf die Reparaturarbeiten (Wassermacher, Motor usw. usw. usw.) Wir können uns gut vorstellen, hier „hängen zu bleiben“. Wunderschöne Buchten – zu dieser Jahreszeit noch nicht überlaufen, gute Lokale, sauberstes Wasser, Ausflugsmöglichkeiten ins Landesinnere, freundliche Einheimische, bei Tag Wind zum Segeln, am Abend windstill zum Ankern – einfach: zum Verweilen. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns, daher nehmen wir schweren Herzens Abschied von Griechenland.
Italien, Spanien – Mittelmeer 26.07. – 04.09.
Die dreitägige Ã?berfahrt von Lefkas nach Sizilien war wieder sehr ruppig, Thunfische begleiten uns, stundenlang sind sie für uns im Wellenkamm sichtbar und trotz der rauen See fangen wir zwei schöne, groÃ?e Tonnos. Auf Vulcano besteigen wir den noch aktiven Vulkan, auch das ist ein einzigartiges Erlebnis für mich. Wasseraufbereitungsmaschine kaputt, Navtex streikt und die Defektliste wächst weiter. Michi ist fast pausenlos beschäftigt. Delfine neben und unter dem Schiff, spiegelglattes Wasser – ergibt: Traumfotos. Paddelboot geborgen – weit weg von jeder Zivilisation. Wenn ich ans Festland Spanien denke, fallen mir leider nur die total verbauten Strände und Hänge ein, sowie die Glashäuser für Gemüseplantagen. Und die Balearen, die sind – ausgenommen Mahon und Port Colom – überlaufen und man benötigt Reservierungskarten für Ankerplätze, um dann – Fender an Fender – mit anderen Booten im Pulk zu liegen.
In Almerimar warten wir eine Woche auf Ersatzteile für die Wasseraufbereitungsmaschine. Ich mache meine ersten Erfahrungen mit einer Waschmaschine und Trockner in einer Loundry. Der angesagte Sturm mit 12 Bft.. weht in der Marina nur mit 9 Bft., aber sogar das Marinapersonal kontrollierte aufgeregt sämtliche Boote. Am Weg nach Gibraltar wären wir fast in ein Treibnetz geraten. Ein halb gesunkener Frachter zeigt mehr als deutlich, wie schnell ein Unglück geschehen kann. In der Marina Bay Marina auf Gibraltar wollen wir eine Woche bleiben. Wir fahren mit der Gondel auf den „rock“, besichtigen die aggressiven Affen von Gibraltar, kaufen noch notwendige Ersatzteile und das beste Schwerwetterzeug. Eine genaue Motorkontrolle ergibt einen neuen Schaden und nach der provisorischen Reparatur beschlieÃ?en wir das Schönwetterfenster zu nutzen und gleich am 04.09. die Ã?berfahrt zu den Kanarischen Inseln zu starten.
Kanarische Inseln – Atlantik 04.09. – 09.09
Beim Kreuzen der Stra�e von Gibraltar ist auf den Strom zu achten, ebenso auf unbeleuchtete Fischerboote. Der viele Fährverkehr hält mehr als munter und das neue Schwerwetterzeug hält warm. Zuerst viel, dann wenig Wind, sternklare Nacht, der Mond ist nur mehr eine kleine Sichel, die erst kurz nach 04.00 Uhr früh aufgeht, Meeresleuchten, viele Delfine und nur ein kleiner (für zwei Personen) Fisch an der Angel. Wir möchten auf die Insel Graciosa, um vielleicht hier unser Schiff während unseres Heimaturlaubes zu lassen.
Das war eine Kurzzusammenfassung unseres dreimonatigen „Ã?berstellungstörns“ von Grado bis auf die Kanarischen Inseln. Wir haben uns vieles anders vorgestellt, als es dann letztendlich gekommen ist. An das Leben an Bord haben wir uns leicht gewöhnt, das Organisieren von Ersatzteilen und Beschaffen von Lebensmitteln und Diesel wurde zur Tagesaufgabe. Die Tage vegingen wie im Flug. Wir wurden zu Reisenden, die sich nirgends länger aufhielten, als es unbedingt notwendig war. Wir trafen viele Gleichgesinnte, um sie tags darauf wieder zu verlassen und irgendwo wieder zu sehen. Viele sind unterwegs, teils mit Kindern im Windelalter, Teil- und Ganzaussteiger und Pensionisten wie wir. Viele Franzosen und Engländer, wenig Deutsche und kaum Ã?sterreicher haben wir getroffen. Die meisten Boote sind gröÃ?er als unseres, aber alle haben zuwenig Stauraum. Wir werden nun einen Abstecher nach Hause machen und sind wahrscheinlich am 15.November 2007 wieder an Bord, um die Atlantiküberquerung vorzubereiten. Ab diesem Zeitpunkt ist unsere Homepage wieder online. Wir bedanken uns bei den vielen Unbekannten und Bekannten, die uns bisher „begleitet“ haben und freuen uns auf die weitere Reise, die uns in die Karibik, runter nach Venezuela und vorerst bis an den Panamakanal führen soll.

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