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Logbuch der SY Shalimardue



November 2017
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Tramperkanu geborgen

06.08.
Mein Skipper hat Augen wie eine Möwe. Bereits in der Abenddämmerung sieht Michi ein wenig abseits von unserem Kurs etwas im Wasser treiben. Das bedeutet für uns, nichts wie hin und nachgeschaut. Ein Zweimann – Tramperpaddelboot oder Kanu oder wie man zu diesem Sportgerät sagt, treibt kieloben. Seemöwen haben sich diesen „Felsen“ als Rastplatz gewählt und fliegen auf. Schon seltsam, wir sind immerhin 120 Seemeilen von jedem Land entfernt!! Wir bergen es, hieven es auf das Vorschiff und verschieben die Entscheidung, was wir damit machen sollen oder wollen, auf morgen. Das Paddelboot ist im besten Zustand, nur ein wenig mit Möwenkot verunziert. Es hat sich anscheinend von seiner Befestigung gelöst. (Eine Halteschlaufe ist ausgerissen). Doch von wo???
Während der Nachtwache beginnt es kurzweilig zu tröpfeln. Die Wetterveränderung hat sich schon am Nachmittag angezeigt. Zirren bedeuten meistens eine Verschlechterung, aber wie ein Spruch so schön sagt: „bei Frauen und Zirren kann man sich irren“. Und trotz der Bewölkung sehe ich so viele Sternschnuppen niedergehen, wie noch nie zuvor. Eine davon sogar mit grünem Licht!!
07.08.
Im Morgengrauen erreichen wir die Stadt Mahon auf Menorca. Die vielen Lichter und die diesige Luft in der Morgendämmerung irritieren mich und ich dachte an zwei schleppende Fischerboote, die sich beim Näher kommen dann als Beleuchtung für den Flughafen entpuppten. Wir fahren den natürlichen Hafen bis in den hintersten Winkel aus. An der einzigen Tankstelle warten bereits zehn Schiffe darauf, dass ein groÃ?es Motorboot seine groÃ?en Tanks vollgefüllt bekommt. Ich nehme an, dass diese eine Tankrechnung so manchen Normalverdiener in den Ruin treiben würde. Nach „nur“ DREI Stunden Wartezeit sind wir endlich an der Reihe. Vorher gibt es noch ein Geplauder mit einem Wartenden, der uns in deutsch anspricht, nachdem wir heute Leibchen vom Klagenfurter Ruderverein Albatros tragen. Ein kurzer Ratsch mit dem Tiroler, dann weiÃ? er, dass wir Villacher sind und er wird der neue Besitzer des Kanus. Wir sind es los und seine zwei Kinder haben eine riesige Freude. Um 12.00 Uhr fällt in der ersten Bucht unser Anker, es ist hier einer der wenigen sicheren Ankerplätze, wo frei ankern noch möglich ist. Das wissen andere ebenso und die sind auch alle da. Es ist rammelvoll in der kleinen Bucht und immer kommen noch Neue hinzu.

Paddelboot.jpg