Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue



Oktober 2017
M D M D F S S
« Sep    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Archiv

Google



    Privat

Venezuela – Isla Margarita

19.05.
Kurz nach vier Uhr frueh heisst es wieder “Anker auf“ in Los Testigos. Die roetliche Morgendaemmerung geniessen wir schon am Bug sitzend. Der heutige Tag verspricht wieder sehr heiss zu werden und da halten wir uns immer nur im Schatten auf. Der Wind, der voll in unsere Segel blaest, bringt uns auch die noetige Abkuehlung.

Morgendaemmerung.jpg

Heute gibt es zweimal Petri, allerdings sind diese Makrelen (kaerntnerisch: Makrelalan) gerade gross genug fuer jeweils eine Portion (mit viel Beilagen). Da muessen wir wohl bei einem Schwarm vorbei gekommen sein, denn beide Fische waren binnen einer halben Stunde gefangen, geputzt und im Kuehlschrank verstaut.

Makrelale.jpg

Am spaeten Nachmittag erreichen wir Isla Margarita und gehen in der Bucht vor Porlamar vor Anker. Der erste Eindruck erinnert an die Haeuserburgen in Spanien. Beton “ wohin man schaut. Wo sind die weissen Sandstraende und das Gruen der Palmen? Die Bucht ist zwar sehr gross, mit uns ankern noch mindestens 50 Schiffe hier.

mein neuer Ausblick.jpg

Betonburgen.jpg

Von Juan, dem Hafenzampano, erfahren wir alles Wissenswerte ueber das Anmelden bei den Behoerden, die Funkrunde am fruehen Morgen, die begrenzten Einkaufsmoeglichkeiten (6x pro Woche faehrt ein Gratisbus zu den beiden groessten Einkaufscentern) und vor allem ueber die hier allgegenwaertige Kriminalitaet. Lock it, or loose it “ heisst es hier.

Urspruenglich wollten wir heute die viel gepriesene Qualitaet der venezolanischen Steaks ausprobieren, haben uns dann aber doch mit einfacher Dosenkost begnuegt. Ein langer Tag am Wasser strengt (ab einem gewissen Alter “ den Skipper) doch sehr an. Der Sundowner ist sich aber trotzdem gerade noch ausgegangen.

20.05.
Heute fuehrt der erste Weg zur Marina Chacachacare, wo wir nach mehreren Anfragen mittels Mail (ohne jede Antwort) nun doch persoenlich um einen Liegeplatz an Land anfragen wollen. Die einzige Moeglichkeit dazu bietet ein Taxi. Bereits gestern sind wir mit einem in den Ort zum Geldwechseln gefahren. Ich bewunderte die aeusserst vorsichtige Fahrweise des Taxlers, doch Michi meinte, sollte er nur ein wenig schneller fahren, bricht das Gefaehrt in mehrere kleine Teile auseinander. Aber nichts gegen das heutige Taxi. Der Fahrer Arturo ist ganze 32 Jahre alt. Sein Auto, ein Chevrolet, hat schon 33 Lenze auf dem Buckel “ bzw. auf der Vorderachse und mehr Kilometer am Tacho als eine US-Raumfaehre. Und das sieht und spuert man auch. Die Fahrt geht quer ueber die Insel und zeigt uns, was wir bei einer Inseltour zu erwarten haben. Eine trockene Landschaft mit rotem Sand und ueberall Kakteen, sonst nichts ausser nichts. Viel Verkehr und kein Gruen. Und sogar noch im vierten Stock sind bei den Fenstern ueberall Gitter angebracht. Wird ein neues Haus gebaut, wird zuallererst eine sehr hohe Mauer um das Grundstueck betoniert, danach der Eingang mit riesigen Toren und Elektrozaeunen gesichert. Danach wird erst die Baugrube ausgehoben. Dies wirkt nicht sehr einladend auf uns. Wir fixieren in der Marina den Liegeplatz “ treffen noch Jose, der mit einer Italienerin verheiratet ist und dort arbeitet. Danach geht’s gleich wieder mit unserem “Oldtimer“ zurueck nach Porlamar.

Oldtimer.jpg

Dort finden wir ein richtiges Einheimischenlokal, welches von Fischern bewirtschaftet wird. Ich bekomme eine Riesenportion Austern und Michi delektiert sich an einem Octopussalat vom Feinsten. Am Nachmittag haben wir einen Termin bei der Immigrationsstation. Ein Fingerabdruck vom Skipper wird genommen, der Agent nimmt alle Papiere und sagt, dass er uns diese in einer Stunde wieder aushaendigt. Die Zwischenzeit nutzen wir aus, nochmals zu den netten Fischern zu spazieren und “ es gibt nun Tartuffi di mare “ Michis Lieblingsmuscheln in einer Groesse und Menge, die unwahrscheinlich ist. Schoen langsam verklaert sich mein Blick gegenueber Beton und ich sehe nur das Meeresgetier auf unserem Tisch. Immerhin habe ich auch schon 3 Bierchen getrunken, die hier und in ganz Venezuela in 0,222 l Flaschen und mit einem Alkoholgehalt von 4 % serviert werden. So kann ich mir hier doch die Zeit bis zu unserem Abflug in die Heimat vorstellen.

mei neia Freind.jpg

Michi beim Hochgenuss.jpg