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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2017
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Venezuela “ Isla Margarita “ La Asuncion ueber Santa Ana nach Juangriego

Der Segelmacher fuer unsere neue Cockpitplane vertroestet uns auf “manana“ und so haben wir heute Zeit fuer einen gepflegten Landausflug. Fuer die geplagten Autofahrer daheim ein kleines Zuckerl: 1 Liter Benzin kostet hier 0,02 Euro (in Worten: 2 Cent) und daher sind die Taxipreise auch sehr niedrig. Wir bemuehen uns nicht mehr, herauszubekommen, welcher fast kaputte Bus wohin und vor allem wann und noch dazu uebervoll faehrt, sondern wir nehmen gleich ein Taxi.

Zuerst lassen wir uns in die Hauptstadt von Isla Margarita “ La Asuncion “ bringen. Natuerlich bin ich auch wieder auf der Suche nach lohnenden Fotomotiven. Ploetzlich kommt eine Frau auf mich zugegangen und warnt mich eindringlichst, meinen Fotoapparat nicht so sichtbar zu tragen, da hier leider sehr viel gestohlen wird. Diese Warnung haben wir schon mehrmals gehoert, ich moechte und werde mir aber meine Freude und mein Interesse an diesem Land dadurch auf keinem Fall nehmen lassen. “Lieber die Kamera“ – Aussage von Michi “ haha.

Die Sehenswuerdigkeiten der Stadt haben wir recht bald besichtigt. Vom Plaza Bolivar “ selbstverstaendlich mit einer Statue von Simon Bolivar “ spazieren wir zur Kirche Nuestra Senora de la Asuncion (eine der aeltesten Kirchen Venezuelas “ aus dem Jahr 1570).

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Das Museo de Nueva Cadiz ist in einem praechtig restaurierten Gebaeude (mit Palmengarten) untergebracht. Auf dem Huegel der Stadt befindet sich das Castillo de Santa Rosa, welches wir – natuerlich in der Mittagshitze – zu Fuss erreichen. Der wuchtige Bau besitzt einen sternfoermigen Grundriss, zwei maechtige Tuerme an der Berg- und eine breite Bastion mit Kanonen an der Talseite, von der aus man ganz La Asuncion ueberblicken kann. Im Jaenner 1677 ueberfielen und verwuesteten 600 franzoesische Piraten die Hauptstadt. Daraufhin entschloss sich der damalige Gouverneur zum Bau der Festung, die sogar durch einen Geheimgang (der durch den Brunnen fuehrt) mit der Kirche Nuestra Senora de la Asuncion verbunden ist.

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Es geht mit dem naechsten Taxi weiter nach Santa Ana, ein im 16. Jahrhundert gegruendetes schmuckes Dorf mit zahlreichen Kolonialhaeusern, die uns aber eher an eine Kellergasse im suedlichen Burgenland erinnern. Der Glockenstuhl der strahlend weissen Kirche kann ueber eine Aussentreppe erreicht werden “ auch eher ungewoehnlich.

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Ausserdem durchqueren wir auf dieser Fahrt mehrere Doerfer, die fuer das handwerkliche Geschick der Bewohner bekannt sind. In La Vecindad werden die anerkannt schoensten Haengematten geknuepft.

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Juangriego ist die groesste Stadt an der Westkueste und fuer den Sonnenuntergang ueber der herrlichen weiten Bucht beruehmt. Hier spuert man noch etwas vom Charme eines traditionellen Fischerdorfes.

img11_Fischerdorf Juangriego.jpg

Gerade hier aber kommen wir in den Genuss des ueber alle Landesgrenzen hinaus bekannten Steaks. Ein riesiges Stueck zarten Fleisches, medium gebraten “ mit zwei Beilagen, um ganze 4 Euro pro Person. Der Sozialismus in Venezuela traegt schon seltsame Blueten “ z.B. der Milchpreis ist staatlich bestimmt und zwar so niedrig, dass die Milchbauern keine Milch mehr produzieren wollen, weil es sich nicht auszahlt. Dafuer kostet ein Eis ca. 3,5 Euro (wegen fehlender Milchprodukte), was soviel ist wie ca. 175 Liter Benzin “ siehe oben! Bei Fleisch ist es genau so “ extrem billig “ aber leider nicht leicht zu bekommen “ im Supermarkt waren “alle“ Kuehlregale, wo sich sonst Fleisch stapelt – leer! In einem Delikatessengeschaeft haben wir eine Rinderlende “ 1,5 kg bestes Steakfleisch – um ca. 6 Euro erstanden.