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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2018
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Acireale – Aci Trezza – Aci Castello

Unser heutiger Ausflug mit dem Leihauto geht in das nur knapp 40 Kilometer entfernte lebendige Städtchen Acireale, welches auf einer Lavaterrasse über dem Meer am nördlichen Ende der Riviera dei Ciclopi thront. Nein, wir nehmen nicht die Autobahn, wir fahren durch viele Ortschaften mit engen Gässchen, scharfen Kurven, Einbahnen – die selbst unserem Navi vollkommen fremd sind und fast in jedem Ort ist heute Markttag. Was sind wir froh, nicht mit dem Womo hier unterwegs zu sein.

Horst ist der Driver auf der Hinfahrt und Michi auf der Rückfahrt. Martina und ich sind mit beiden sehr zufrieden. Horst stellt sich auch als Trageesel zur Verfügung. Die beiden kaufen zwei typische Keramikköpfe aus Caltagirone (der Keramikhauptstadt Siziliens), da sie dorthin leider mit dem E-Bike nicht kommen werden. Am Weg zur „Piazza del Duomo“ besichtigen wir die „Chiesa San Sebastiano, die „Basilica Cattedrale Maria S.S. Annunziata“, die „Chiesa San Pietro e Paolo“ und das Gemeindeamt mit den schrecklichen Figuren unter dem Balkon.

Vor dem Dom spreche ich Salvatore an, um von ihm zu erfahren, wo es in diesem Örtchen ein gutes und günstiges Lokal gibt. Er rückt sofort mit dem Namen des Lokals „All Antica Osteria“ heraus und bringt uns auch noch persönlich direkt dorthin. Der Capo dieser Hütte ist extrem gastfreundlich – bringt den Gruß aus der Küche – Caponata (die beste, die ich bisher gegessen habe). Auch jede Portion, die wir bekommen, ist für mindestens zwei oder mehr Personen. Unmöglich, dies alles zu verspeisen. Es gibt als Nachspeise noch eine „Cassata Siciliana“, Cafe corretto und Amaranca (Averna mit Orangen). Wir treffen eine Dame, die vor 60 Jahren aus der DDR ausgewandert ist und nun seit 30 Jahren hier Witwe ist. Unsere beiden Herren gefallen ihr ausnehmend gut – was sie auch deutlich sagt.

Der Verdauungsspaziergang zum Auto reicht wohl nicht ganz aus. Aber wir wollen noch weiter zum Fischerstädtchen Aci Trezza. Von hier gibt es einen herrlichen Blick auf die bizarren Zyklopenfelsen (Isole dei Ciclopi). Laut Überlieferung soll Polyphem, der Sohn des Meeresgottes Poseidon Felsbrocken hinter Odysseus nachgeschleudert haben, ohne ihn getroffen zu haben. Tatsache ist jedoch, dass sich die Lava vom Ätna bis hierher ausgebreitet hat.

Knapp 2 Kilometer – oder waren es doch 4 – wieder durch kleine Ortschaften mit vielen schmalen Einbahnstraßen – kommen wir in Aci Castello an. Beherrscht wird dieser kleine Ort von einem Normannenkastell aus dem Jahr 1076, welches auf einem Basaltfelsen über dem Hafen erbaut wurde.

Am Rückweg bleibt Michi bei einer Tankstelle stehen, um ein Foto eines neuerlichen Lavaausbruches des Ätna fotografisch festzuhalten. Auch von unserem Stellplatz gelingt ihm ein hervorragendes Foto. Ohne Stativ – keine Ahnung – warum er ein solch ruhige Hand haben kann. Bei mir sind mindestens 3-5 gleichzeitige Ausbrüche zu sehen.

eingetragen am 18. Dezember 2018