Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue

September 2021
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
27282930  

Archiv

Privat

Grotta Caterina und Grotta Azzurra

Nachdem uns die Grotte Lesa so gut gefallen hat, sucht Michi nach weiteren Grotten in der Nähe. Seine Vorgaben von mir waren einfach: Grotte, eben zu begehen, nicht zu tief, nicht zu nass, nicht zu gefährlich. Im Karst gibt es sehr viele davon, allerdings sind einige geschlossen oder nur mit Seil zu begehen. Leider stand nirgends dass die Grotte Caterina auch versperrt ist. So marschieren wir vom Parkplatz im Wald zur Grotte. Ein toller Weg durch den schon herbstlichen Wald.

Wir finden die Grotte und sehen die Absperrung. Schade, dass wir nicht rein können. Wäre sicher sehr interessant gewesen.

Vermutlich trainieren einige Kletterer in der Höhle, da einige der Sicherungen noch zu sehen sind. Amphoren- und Knochenfunde zeigten dass diese Höhle schon seit der Römerzeit und sogar früher „in Betrieb“ war.

Unser nächstes Ziel ist die Grotte Azzurra. Wir hoffen, dass wenigstens diese offen für uns ist. Wir lassen unser Auto an der Hauptstraße stehen und spazieren eine Zeitlang die Schotterstraße entlang. Vorbei an ausgedehnten Weinfeldern – immer auf der Schotterstraße. Einen kleinen Hinweis gibt es nach ca. 500 Metern – allerdings danach keinen einzigen mehr.

Wir finden trotzdem dorthin. Michi hat ein gutes Gespür dafür. Ich wäre dort nie gelandet. Er zweigt ab – ich frage WARUM, der Weg geht doch gerade weiter. Nach 3 Minuten kommen wir zum Eingang der Höhle. Sie heißt Azzurra, weil wenn man aus der Höhle schaut, den blauen Himmel sehen kann. Heute leider nicht, weil er sehr bedeckt ist.

Zum Glück hat Michi wieder die Stirnlampen mitgenommen, denn es ist sehr finster in der Höhle und vor allem ist der Weg hinunter sehr rutschig und steil, was gegen meine Vorgaben ist. Ich streike nach den ersten „komischen Geräuschen“ und will rasch wieder zum Licht. Ich sehe und höre eine bzw. mehrere Fledermäuse und gehe sofort wieder zum Eingang zurück. Begeisterte Höhlenforscherin werde ich sicher keine.

Diese schöne steile, nasse Höhle ist jedenfalls seit der Frühsteinzeit bewohnt gewesen, was Knochen- und Keramikfunde vermuten lassen. Am Rückweg kommen wir an einem Karst-Schweine-Gut vorbei, wo diese Riesenschweine sich zwischen den Steinen suhlen und sich ausrasten. Mitten im Wald, allein, nur mit anderen Schweinen. Wir haben allerdings auch Spuren von Wildschweinen gesehen, die neben dem Weg die Erde umgegraben haben. Die wilden Verwandten eben.

Michi hat noch den Besuch einer Osmiza (Buschenschank in unmittelbarer Nähe zu Slowenien) geplant und wir finden auch dorthin. Zuvor musste ich kurz aussteigen, da eine nette Gruppe von Einheimischen gerade bei der Weinernte ist. Die brauchen dringend Unterhaltung. Hier wird Slowenisch und etwas Deutsch gesprochen, kaum Italienisch. Internationaler Ratsch in allen Sprachen. Ich werde verwöhnt mit einer Riesenweintraube, die hervorragend süß schmeckt.

Bei der Osmiza Miliz in Sagrado werden wir kulinarisch verwöhnt. Gnocchi mit Gulasch und für mich Cevapcici. Als Sättigungsbeilage kredenzen sie einen halben Liter Terranowein. Es ist schon 14 Uhr und bin ich hungrig von der mühsamen Höhlenforscherei und so habe ich auf das Fotografieren komplett vergessen. Ist mir schon lange nicht mehr passiert.

Am Heimweg in die Marina sehen wir wieder mal einen Nutria (Bisamratte) und auf der Terrasse treibt sich ein fotografierfreudiger Heuschreck herum.

eingetragen am 24. September 2021