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Logbuch der SY Shalimardue

März 2020
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Privat

14 Tage Quarantäne daheim gut überstanden

Wir beginnen mit dem ersten Tag. Eigentlich könnten wir mindestens 1 Monat daheim überstehen, mit dem was wir alles mitgebracht haben– ohne Hunger und Durst. Aber wir werden sofort von Paul mit frischen Sachen wie Brot und unbedingt notwendigen Kaffeekapseln verwöhnt. Meine Nespresso-Kapseln habe ich im Schneck, der in Aquileia wartet, vergessen.

Auch von Birgit und Sanna werden wir bestens versorgt. Selbstgeräucherter frischer Speck, selbstgemachtes Gulasch und von meiner Schwester bekomme ich Ritschert und vor allem frisch gestochenen Röhrl Salat. Zum Glück bringt mir Birgit eine Flasche Weißwein mit, denn ohne den kann ich mein Lieblings Risotto nicht kochen.

Meine Lieblingsnachbarin in unserer Wohnanlage bringt mir einen Strauß Tulpen vorbei (als nachträgliches Geburtstagsgeschenk). Ich freu mich riesig.

Nachdem wir so bestens verwöhnt werden, gibt es weder beim Frühstück noch beim Mittag- oder Abendessen ein Manko. Auch Obst gibt es genug. Das heißt für mich, dass ich in unserer kleinen Wohnung viele Schritte machen muss. Was mir auch gut gelingt, denn beim Telefonieren geh ich immer und so komme ich auf gut 7.000 bis 12.000 Schritte. Der Boden in der Wohnung wurde in den letzten Jahren noch nie so strapaziert. Auch Michi geht – aber nur, wenn er bei Telefonaten gscheit reinquatschen will. Ich bin immer in Bewegung.

Meine Freundin Mira – die beste Süßspeisenbäckerin (weltweit) bringt uns Kalorien vorbei, die natürlich alle verdrückt werden. Der wunderschöne Blumenstrauß hält – sowie die Tulpen – länger als eine Woche.

Irgendwann während diesen Tagen mach ich mich daran, mein Fotobuch von Indien zu gestalten. Was mich aber wieder nach Indien gebracht hat. Eigentlich bin ich noch immer dort.

Während der vielen Sonnenstunden genieße ich das offene Fenster und kämpfe gegen die Austrocknung mit einem Glas Hugo an. Michi spielt Gitarre.

Vom Zimmer aus sehe ich die echten und unechten Schneeglöckchen und die Primeln, die mich so anregen, dass ich so gerne aus der Wohnung gehen würde. Aber wir sind ja in Quarantäne und bleiben natürlich daheim. Am vor-vorletzten Tag werden wir sogar kontrolliert.

Das Abendessen fällt nur sehr gering aus. Jeder Teller auf dem Foto war für uns beide gedacht. Michi faselt immer etwas von erzwungener Fastenzeitquarantäne, aber es schadet ihm auch nicht.

Freunde von uns nutzen noch die Möglichkeit, einen kurzen Ausflug mit dem neuen Mopale zu machen und schauen kurz bei uns vorbei. Leider können wir nur von unserem Fenster aus zusammen sein – ohne ein gemeinsames Glaserl.

Nicht nur Paul und Birgit – auch Mira kommt immer wieder bei uns vorbei und alle bringen uns frische Sachen bzw. auch solche, die länger halten.

Leider schlägt das sonnige Wetter um und es wird kühler bzw. kälter. Von meiner Lieblingsbäckerei Berger erhalten wir die Bestellung früh morgens und genießen das frische Brot und den Reindling und auch die anderen Gutls.

Unser Lieblingswirt, der ganz in der Nähe von uns seine Schenke hat – Staubers Stadtschenke – beliefert uns mit himmlisch knusprigem Wiener Schnitzel samt Beilagen und einer verführerischen Nachspeise. Wir wollen die Gasthäuser, die in unserer Nähe ausliefern, gerne unterstützen.

Meine Schwester beliefert uns mit selbstgemachten Dinkel-Roggen-Nudeln mit einer traumhaften Kürbisfülle. Als Nachspeise schickt sie noch einen Preiselbeerkuchen mit.

Ab und zu kochen wir auch selbst. In diesem Fall koche ich die Nudel und Michi das Sugo. Nachdem schon einige gefragt haben, wie man das zubereitet, hier das Rezept: 6 Sardellenfilets (Acciughe) klein hacken, 6 Schalotten Zwiebel ganz grob geschnitten, etwas Ingwer und Knoblauch, ½ D. eingelegte Champignons, 1 D. Erbsen, 6 schwarze Oliven, veganes Suppengewürz und Pfeffer – mit etwas Olivenöl anrösten und dann mit etwas Weißwein zärtlich ablöschen. (Es darf während des Kochens auch ein Glaserl in den Koch geschüttet werden). Die Nudeln unterheben und mit einem kleinen Schluck vom Nudelwasser nachfeuchten.

Heute ist unser erster Tag OHNE Quarantäne. Aber wir gehen trotzdem nicht raus. Mir ist es zu kalt. Es hat frisch geschneit.

Außerdem haben wir schon gestern beim Turmbräu Melcher in Maria Gail zwei Backhendln mit Erdäpfelsalat bestellt. Das Essen war perfekt – saftig und knusprig – genau wie ich es liebe. Dazu ein Partyfass Bier. Wir hoffen, dass wir es in den nächsten Tagen leeren können. Wir werden uns zumindest bemühen.