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Logbuch der SY Shalimardue

Dezember 2021
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Alatri Zyklopenmauer

Seit einigen Wochen wollte Michi schon zu den Zyklopenmauern in Alatri 80 km unter Rom. Mystische Plätze sind sein geheimes Hobby und die Mauern bieten da vieles für ihn. Wir stellen unser Womo auf einen Bauernhof mit Verköstigung ab (Agritourismo Nonna Luisa) und satteln unser Mopale für den heutigen Tag. Keine 12 km und wir sind vor Ort und baff und wie.

Riesige Steinblöcke wurden fugenlos zu einer mächtigen Zyklopenmauer zusammengefügt. Alatri ist auf einem Berg und die sogenannte Akropolis ist auf deren Gipfel ganz oben. Die äußere Form ist dem Wintersechseck am Nachthimmel nachempfunden. Allerdings war diese besondere Form das letzte Mal 10.050 Jahre vor Chr. so zu sehen. Was eine Erbauung lt. Gelehrten um 1000 vor Chr. etwas in Frage stellte. Diese Historiker vermuten, dass diese Mauer von den „Pelagi“, denen man auch die sardischen Nuraghen zuschreibt, errichtet wurden. Der Name bedeutet soviel wie „die aus dem Meer kommen“ und wahrscheinlich handelte es sich um Griechen, die vor den Mykenen fliehen mussten. Aber ganz im Ernst, fliehende Seeleute, die solche Mauern bauen – hier oben am Berg?

Die Tore der Mauern haben es auch in sich. Maria steht vor dem „Porta Minore“, dem kleinen Tor. Über dem Eingang sind drei Penisse aus dem Stein gehauen worden. Übrigens, die einzige wahre Zier der ganzen langen Mauer.

Das ist die Porta Maggiore – das große Tor. Durch dieses fällt zweimal im Jahr zur Sonnenwende das Licht bis herunter zu den untersten Stufen. Das mussten die Erbauer schon vor dem ersten Stein gewusst haben. Der Türsturz, der Stein, der oben liegt, hat ein Gewicht, dass über 30 Tonnen auf die Waage bringt. Die ganz großen Steine sind wunderbarerweise auch nicht aus der Gegend, sagt ein schlaues Buch.

Auch die Templer, über die Michi ja ein Buch geschrieben hat, haben sich in Alatri herumgetrieben. Mehrere Darstellungen des Templerkreuzes – hier wahrscheinlich mit Johannes dem Täufer – sind in den Kirchen zu finden. Ganz oben auf der Akropolis hat man letztendlich einen Dom gebaut – die Cattedrale di San Paolo.

Was den steinernen Löwen da hinaufgetrieben hat, entzieht sich unserer Kenntnis – Michi versucht ihn jedenfalls vergeblich zu füttern.

Licht am Ende des Tunnels…. und man ist nie unbeobachtet in Alatri.

Im Kloster San Francesco wurde erst 1996 bei Renovierungsarbeiten ein Tunnel aus der Templerzeit freigelegt, der ein ungewöhnliches Fresco, das „Cristo nel Labirinto“ beherbergte. Neben der außergewöhnlichen Darstellung sind auch noch viele alte Templersymbole entdeckt worden.

Es bleibt für uns die Frage: Wer, wie, warum und wieso? Es ist einfach unvorstellbar für uns.