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Logbuch der SY Shalimardue

November 2019
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Arbeitstage in Aquileia und Besuch von Freundinnen

Wir sind am Samstag glücklich in Aquileia angekommen und da ist selbstverständlich kein einziger Mechaniker weit und breit verfügbar. Frühestens am Montag. So genießen wir die beiden Tage bei uns in der Marina im „da Nettuno“ bei einem Aperitif und bei einer Buschenschanktour mit unseren Marina-Freunden Karin und Edi.

Nicht nur daheim gibt es Gewitter sondern auch hier. Allerdings kommen trotz der schwarzen Wolken nur einige Regentropfen mit etwas kühlem Wind.

Ab Dienstag sind unsere beiden Wiener Freundinnen Lucia und Eva bei uns einquartiert und wir genießen die nicht vorgesehene gemeinsame Zeit. Wir werden verwöhnt und sie auch. Michi sucht ununterbrochen seinen Gehörschutz. Wir probieren das neue Rezept mit Avocado als Dip aus und es schmeckt hervorragend. Danke an Helge Becker.

Es kommt ein großes Motorboot herein und ich bemerke, dass der Kapitän kein wirklicher und wahrer Kapitän ist und wir bieten ihm spontan unsere Hilfe an. Er hat keine Ahnung, wo er als Fremder anlegen darf bzw. wie das überhaupt geht. Sein Kapitän ist krank, kann sich nicht rühren und seine Frau hat auch noch nie beim Anlegen eines Schiffes geholfen. Die beiden Ungarn sind so dankbar, dass sie uns, nachdem wir sie festgemacht haben, gleich einladen. Wir lehnen ab, weil wir ja weiter arbeiten wollen. Eine Flasche ungarischer Weißwein wird trotzdem überreicht. Am Abend im Nettuno laden sie uns auch noch auf einen Rotwein ein. Dabei ist das ganz selbstverständlich, hilfsbereit zu sein. Zumindest für uns.

Auf der Terrasse gibt es noch einen kurzen Abschiedstrunk mit unseren Freundinnen, bei dem Mandarinello und Limoncello aus Sizilien eine Hauptrolle spielen.

Jetzt aber kommt der Bericht über die Reparatur unserer Hydraulik-Ruderanlage. Am Montag früh kommt niemand, deshalb fahren wir zu einem Hydraulikhändler, dessen Adresse wir von Edi erhalten haben. Leider hat der unser Teil nicht und er wüsste auch nicht, wo es zu bestellen wäre. Aber er gibt uns eine Telefonnummer und Adresse von einem Automechaniker, der uns seiner Meinung nach voraussichtlich helfen könnte. Leider hat der auch erst ab Mittwoch – Donnerstag Zeit, aber er gibt uns den Tipp, wo wir unser Ersatzteil eventuell bestellen könnten. Es ist unser Dealer in Aquileia, bei dem wir immer unsere Schiffssachen kaufen. Zuerst ein kurzer Anruf – dann ein langer in Mailand, anschließend spricht er mit einem Typen in Genua und die Genuesen versprechen die Sendung bis Donnerstag. Bei uns kommt zarte Freude auf.

Bereits am Dienstag erhalten wir eine Mail von Guiseppe, dass der neue Hydraulikzylinder bereits angekommen ist. Hurra. Leider keinerlei Reaktion von unserem Mechaniker. Einen Tag später eine Whatsapp-Nachricht, dass er erst Ende nächster Woche Zeit hätte, weil zu viel Arbeit – bei anderen Bedürftigen. So beschließt Michi, dass wir Zwei den neuen Zylinder selbst und ganz allein einbauen. Ich wehre mich heftig, aber leider umsonst. Eine umfangreiche Einbauanleitung auf Englisch ist unser Gebetsbuch für die kommenden Stunden.

Alle halbe Stunden müssen wir eine Pause von einer Viertelstunde einlegen. Die Sonne knallt erbarmungslos auf uns herab und an dieser Arbeitsstelle gibt es keinen Sonnenschutz. Michi kniet, sitzt, steht im Beiboot oder auf der Leiter und ich knie die ganze Zeit und muss die Schrauben fixieren, neues Werkzeug holen, verschiedene Größen der Schraubschlüssel raus suchen und eben die allerniedrigsten Dienste erledigen.

Am Nachmittag ist alles eingebaut und die erste Kontrolle ergibt, dass wir die neue Anlage um ein paar Zentimeter versetzen müssen. Einige nette – nicht jugendfreie Worte fallen uns ein – die wir hier nicht sagen. Wir müssen – natürlich oberhalb der Wasserlinie – bohren, weil die Ruderanlage ja gleichmäßig arbeiten soll/muss. Auch das wird gemacht und wieder neu eingebaut. Wir sind fertig und die Arbeit auch.

Es fehlt nur noch der Elektriker, der heute Abend kommen soll. Eine Batterie muss ausgetauscht werden (das hätte Michi alleine zuwege gebracht), aber die elektrischen Leitungen von unserer Batteriebank funktionieren anscheinend nicht mehr so einwandfrei und wir haben dafür nicht das richtige Messgerät oder zu wenig wissende Hände. In der Zwischenzeit sind wir schlauer geworden. Das maritime Bordladegerät ist defekt und hat die ganze Batteriebank abgeschossen. Die muss nun ausgetauscht werden, ebenso das Bordladegerät. Am Montag Abend nächster Behandlungstermin unseres Patienten.