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Logbuch der SY Shalimardue

Dezember 2020
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Auf dem Weg nach Marokko

Nur noch wenige Kilometer trennen uns von Marokko und von Afrika. Der Abstecher nach Tarifa war mehr oder weniger unbeabsichtigt, denn alle WoMo-Fahrer, die wir in der Zwischenzeit kennen gelernt haben, fahren mit der Faehre von Algeciras nach Tanger Med.

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So fahren wir nach einer Nacht am ruhigen Campingplatz Rio Jara in Tarifa wieder ca. 30 km ueber den Berg zurueck und bleiben die Nacht von Sonntag auf Montag am sehr lauten Stellplatz direkt beim Lidl-Markt in Algeciras “ wie unzaehlige andere WoMos auch. Alle wollen noch einkaufen, bevor es auf die Faehre nach Tanger geht. Wir auch. Zum Glueck haben wir noch rechtzeitig erfahren, dass der Zoll die “Einliter-Alkohol-Beschraenkung“ pro Person nicht besonders scharf kontrolliert. Ich wollte schon den Gin in eine gebrauchte Mineralwasserflasche abfuellen “ wegen dem abendlichen Gin-Tonic.

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Wir haben Glueck und erwischen die “schnelle Faehre“ bereits um 11 Uhr und nicht wie geplant die “Normale“ um 14 Uhr. Viele Delfine springen in den Wellen der “Fast Ferry“ und wir denken waehrend der Ueberfahrt fast ausschliesslich an die Zeit, als wir mit unserer Shalimardue (vor 5 Jahren) fast schon in der Abenddaemmerung voll Erwartung und Respekt in den Atlantik hinaus gesegelt sind.

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Heute herrscht fast “Spiegeleis“ und die Ueberfahrt verlaeuft mehr als ruhig. In 90 Minuten sind wir in Tanger.

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Bereits in der Faehre werden im Pass der Einreisestempel und eine Nummer vermerkt. Ab nun bin ich eine Nummer. Kaum vom Schiff folgen die naechsten beiden Kontrollen der Ausweise und der Nummern. Danach “ genereller Stopp (fuer alle) “ vor dem Zoll. Aussteigen, am Schalter anstellen und feststellen, dass (wieder alle) zuerst den falschen Schalter erwischt haben.

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Der Fahrzeuginhaber muss zur Polizei, danach flott zurueck zum Zoll, die Papiere werden kontrolliert und man wird gebeten, in der Naehe des eigenen Fahrzeuges geduldig zu warten. Nachdem der streng dreinblickende Zollbeamte “Monsieur Michel“ aufruft (wir haben schon festgestellt, dass Vor- und Zuname beim Ticketkauf vom Agenten verwechselt wurden), erklaeren wir, dass alles, was wir mitfuehren, nur und wirklich nur fuer den ausschliesslichen Eigenbedarf ist. Wir duerfen die Grenze anstandslos passieren (mit nur 6 Lagen Bier und nur 25 Liter Rotwein ect. ect.).

Nach dem ersten Geldwechsel (Ein- und Ausfuhr von Marokkanischen Dirham ist ja verboten) geht es sofort auf die Autobahn und nach den ersten 20 Kilometer zum Tanken, erfreuliche 80 Cent pro Liter Diesel.

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Heute wollen wir nicht mehr allzu weit fahren, deshalb ist unser Ziel der Stellplatz Asilah, direkt am Strand, wo die Wellen des Atlantiks heute nur sehr leise ans Ufer plaetschern. Nach einem kurzen Appetithappen marschieren wir los – vom Ortseingang in die Altstadt.

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Wir bummeln durch die engen Gassen mit ihren in weiss und blau gehaltenen Haeusern und Mauern. Dieses suedeuropaeische Ortsbild erinnert an die Portugiesen, die 1471 die Stadt eroberten und mehr als 100 Jahre hier regierten.

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Ab jetzt wird nur mehr franzoesisch und arabisch gesprochen. Beides koennen wir Zwei nicht, aber irgendwie werden wir trotzdem weiter kommen. Michi uebt schon mal die einfache Gebaerdensprache fuer Auslaender.

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Auf der einen Seite das Stadttor “ auf der anderen Seite ein kleiner Fischereihafen. Hier beginnt unser erstes Kennenlernen der marokkanischen Getraenkekultur.

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Eigentlich wollen wir mit einem Pfefferminztee (genannt: Whiskey-Marrocain) beginnen. Der geschaeftstuechtige Wirt erklaert uns, dass es heute nur Bier gibt. In einem Land wo normalerweise Alkohol verboten ist “ das haette uns auffallen sollen. Auch kein Problem, verkosten wir halt das einheimische “Casablanca“. Schmeckt gut, aber fuer ein 0,33 l Bierchen vier Euro zu zahlen, wird auf die Dauer “ zu zweit -wahrscheinlich etwas zu teuer.

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In einem Strandbuffet gleich in der Naehe unseres Stellplatzes versuchen wir es erneut und bekommen tatsaechlich den beruehmt-beruechtigten Pfefferminztee, das beliebte Nationalgertraek der Marokkaner. Er ist ausser suess nur suess und ich glaube, wir beide haben im letzten Monat gemeinsam weniger Zucker zu uns genommen, als hier in einem kleinen Tee eingeruehrt ist. Michi sagt, er ist ab heute etwas zuckerkrank, falls er wieder einen angeboten bekommt.

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Das wird wohl unser erster und letzter Pfefferminztee (mit Zucker) gewesen sein. Wie gut, dass wir heute noch beim Lidl noch einige “Saefte“ eingekauft haben.