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Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
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Ausflug nach Taormina

Diesen Ausblick erleben wir heute zum ersten Mal. Kitschig-blauer Himmel und ein momentan nicht eruptierender Ätna. Die Aussicht von unserem Wohnmobil lädt ein – „aufe auf‘n Berg“.

Taorminas Lage ist wie ein Balkon – rund 200 Meter über der Küste – und bietet außerdem einen Traumblick auf den gigantischen Ätna.

Allerdings müssen wir erst mal dorthin kommen. Wir nehmen den beliebten Linienbus. Trotzdem wäre ich am liebsten ausgestiegen und zu Fuß weiter gegangen, als unser Bus in einer der vielen Haarnadelkurven einem anderen Bus begegnet und nach vielfachen Vor und Zurück (im Millimeterbereich) dann schlussendlich mit „Papierblattlbreite“ am Zweiten vorbeikommt.

Taormina ist Siziliens meistbesuchter Ferienort – nicht nur im Sommer. Die freundlichen Damen bei der Infostelle erklären uns ganz genau, was wir UNBEDINGT ansehen müssen. Sie wissen nicht, dass ich mich schon eingelesen habe und nur noch einen Stadtplan will. Michi will nur einen guten Tipp für ein nettes Einheimischenbeisl, wo es ein Glaserl Wein bei freier Sicht aufs Meer gibt. Dazu später mehr.

Im Palazzo Corvaja (dem wohl schönsten Stadtpalast dieser Stadt – aus dem 15. Jhdt.) befindet sich neben besagter Infostelle auch ein kleines Volkskundemuseum.

Die Überreste des kleinen römischen Theaters (Odeon) wurden erst spät entdeckt. Wohl hauptsächlich für Gesangsdarbietungen bestimmt, war das Theater kurz vor Christi Geburt an einen griechischen Tempel angebaut worden. Meine Gesangsversuche hat zum Glück außer Michi nur der „Hölzerne“ gehört.


Irgendwie hab ich, wie immer, den Plan verkehrt in der Hand und deshalb landen wir zuerst im „giardino pubblico“ im Stadtpark, der vom Corso über viele, viele Treppen zu erreichen ist. Abgesehen von der Traumaussicht gibt es eine überwältigende Pflanzenpracht zu bestaunen.

Auf dem Weg zurück zum Corso Umberto versuche ich den Plan richtig zu halten, um endlich zum griechisch-römischen Theater zu kommen, was nach einer Kaffeepause auch gelingt. Die Preise hier sind im oberen Preissegment angesiedelt.


Die ersten Wölkchen über dem Ätna tauchen auf, wir genießen noch einen Superblick auf den größten Vulkan Europas, bevor wir auf griechischen Spuren unterwegs sind.


Das Teatro Greco ist das mit Abstand berühmteste Bauwerk Taorminas, vielleicht sogar Siziliens. Baubeginn: 3. Jhdt. vor Chr. Später bauten die Römer das Theater auf seine heutige Größe aus und ersetzten ab der späten Kaiserzeit die feinsinnigen griechischen Tragödien durch blutige Gladiatorenkämpfe.


Die Aussicht ist einfach überwältigend.

Zu viel Gehen und zu viel Geschichte macht durstig und so begeben wir uns auf die Suche nach dem netten, einfachen Beisl, welches uns die Damen von der Info empfohlen haben. Ein wunderschönes Ambiente, stilvolle Musik und ein freundlicher Kellner. Allerdings keine Gäste. Wir bestellen 2 Gläser Wein (vom Fass), erhalten einen (guten) Flaschenwein und bezahlen dafür 12 Euro. Am Foto unten trinkt Michi gerade die letzten 2 Euro des Weines.

In dieser Stadt mit den vielen Sehenswürdigkeiten, der Traumaussicht, den stolzen Preisen gibt es auch Mode von allen bekannten bzw. mir unbekannten Modeschöpfern.

Heute sind nicht viele Touristen unterwegs, so fallen uns zwangsläufig einige interessante Einheimische auf.

In der Pizzeria „La cisterna del moro“ essen wir eine hervorragende Pizza und trotz des überwältigenden Ausblicks zahlen wir dafür kein Vermögen.

Unser Autobus geht erst in einer halben Stunde zurück Richtung Naxos und so haben wir noch Gelegenheit, unsere Füße etwas weiter zu vertreten und auf die „Isolabella“ hinunterzuschauen.

Michis Resüme von dem Ausflug ist: keine Brücken wie in Venedig, aber gleich viele Stufen, wenn nicht sogar mehr und vor allem steiler. Die Preise sind „Markusplatzverdächtig“, aber die Aussicht bekommt einen Ehren-Oskar. Michi rauchen die Sohlen. Wir wandeln auf griechischen Spuren, so wie er es sich immer erträumte.