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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Privat

Ausflug zu dritt nach Erice und Bonagia

Mit Michl, unserem deutschen Nachbarn unternehmen wir einen Ausflug auf den – 750 Meter über den Meeresspiegel liegenden – Bergort Erice.

Es gibt zwar eine Seilbahn, mit der man sich die kurvenreiche Anfahrt sparen könnte, die aber wegen Renovierungsarbeiten gerade geschlossen ist.

Wie eigentlich alles andere auch. Sämtliche Kirchen, Gasthäuser und auch das Museum sind geschlossen. Selbst die freie Sicht nach unten ist heute teilweise zu!

So marschieren wir ziemlich allein durch die gepflasterten engen Gassen und fühlen uns fast ins Mittelalter zurück versetzt. Nur einige Katzen schleichen mit uns durch das verlassene Dorf.

In San Vito lo Capo war wolkenloser, blauer Himmel als wir aufbrachen, aber nur knapp 50 Kilometer entfernt, versteckt sich Erice unter einer Nebeldecke. Wir sind froh, unsere dicken Jacken mitgenommen zu haben.


Ob sich die knapp 2000 Bewohner von Erice schon auf die vielen Touristen freuen oder die momentane Stille genießen, habe ich leider nicht erfahren, denn im einzigen geöffneten Café waren sie schon leicht überfordert, als wir einen Latte und zwei Espressi bestellten. Die Kassiererin saß im dicken Wintermantel mit Mütze und Schal hinter ihrer Kassa.


Immer wieder lichtet sich der Nebel und macht einen Ausblick auf Trapani mit seinen Salinen, die flache südliche Küste oder die kahlen Berge im Norden frei.



Der Angestellte der Informationsstelle freut sich sichtlich über mein Interesse, gibt mir eine schöne Broschüre mit und bedauert, dass heute eigentlich alle Sehenswürdigkeiten geschlossen sind.

Die bekannteste Spezialität des Städtchens sind die Süßwaren, besonders die aus Mandeln und ich habe mich schon so auf dieses bunte und kunstvoll verzierte Gebäck gefreut, aber leider – auch erst wieder geöffnet, wenn sich der Besucherstrom in den Sommermonaten ankündigt.

Am Rückweg machen wir einen kurzen Abstecher nach Bonagia, einem kleinen Fischerhafen unterhalb der Berglandschaft von Erice.


Diesmal nehme ich einige der leichten Algenbällchen mit nach Hause, um in einem Moment der Ruhe ein Mobile daraus anzufertigen.

Es ist gerade Mittagszeit und so lassen wir uns vom überaus freundlichen Kellner die Spezialitäten des Hauses anbieten. Spaghetti mit Rogen vom Tunfisch sowie Nudeln mit Schwertfisch, Auberginen und Pistazien, alles Genüsse, die wir so noch nicht kannten.

Zum Abschluss übergibt er mir eine Knoblauchzehe aus Nubia, „anstatt einer Rose“ wie er so schön sagt. Dieser Knoblauch ist ein echter Genuss, wie wir uns beim Gruß aus der Küche überzeugen konnten (Bruschetta mit Tomaten und eben besagten Knoblauch).