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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Bis Inverness mit nur zwei Zwischenstopps

Auf der Straßenkarte finden wir ein Zeichen für eine besondere Sehenswürdigkeit. Zwischen Berriedale und Helmsdale. Dieser „beeindruckende“ Steinhaufen – umgeben von vielen Schafen, erinnert an eine Siedlung von Kleinbauern, die um 1800 ihre Schollen im Hochland verlassen mussten.

Für diese als „Highland Clearances“ bekannt gewordene Zwangsumsiedelung war der Duke of Sutherland verantwortlich.

Das Resultat war die fast völlige Entvölkerung des schottischen Hochlandes und eine Zwangsbesiedlung des damals leeren Küstenraumes. Heute leben nur mehr riesige Schafherden in dieser Gegend.

Kurz danach genießen wir unsere erste Whiskyverkostung in der Clynlish Distillery. Wir haben wieder einen persönlichen Betreuer mit, der strengstens darauf achtet, dass wir in der Destillerie auf keinem Fall Fotos machen. Angeblich, weil die Düfte so explosiv wären.

Dafür drückt Tom dann aber im Lager beide Augen zu, weil es auch hier nicht erlaubt ist, zu fotografieren. Welche Ausrede hier gelten soll, habe ich nicht mehr hören wollen.



Bei den Erzählungen in einem schottisch-englischen Gemisch hören wir wieder den Namen „Duke of Sutherland“. Die ursprüngliche Brennerei wurde nämlich von ihm errichtet. Vor seiner Zeit als Duke und Leutevertreiber.

Mit dem umfangreichen Wissen von Single Malt (bedeutet, dass der gesamte Herstellungsprozess in einer Brennerei abläuft), Malzen, Stoppen der Keimung durch Torfrauch, Maischen, Vorlaufgefäß, Gärung und Destillation fahren wir weiter zum Dunrobin Castle. Michi verweigert beharrlich die Innenbesichtigung dieses Märchenschlosses, weil ich leider vorher aus unserem schlauen Buch vorgelesen habe, dass die Schlosstour durch die insgesamt 189 Räume führt. Auch dieses gehörte dem Duke of Sutherland, der zur damaligen Zeit der reichste Engländer in Schottland war.

Er will lieber weiter nach Inverness, wo wir schon unseren Campingplatz für die nächsten 4 bis 5 Tage reserviert haben und von da aus einiges unternehmen wollen.

Über diese interessante Brücke geht es in das Stadtzentrum von Inverness. Der Verkehr wird wieder stärker und das Neue für mich ist, dass es in einem Kreisverkehr Ampeln gibt. Was bedeutet, dass oft gar nix mehr geht. Aber bisher haben wir festgestellt, dass die Schotten ein ausgesprochen freundliches, entgegenkommendes und hilfsbereites Volk sind.


Selbstverständlich MUSS ich heute noch in die Stadt. Ca. 2,5 Kilometer entfernt, aber mit einem Bus ganz leicht zu erreichen. Ich habe 5 Pfund in der Hand und möchte unsere beiden Fahrkarten lösen, aber der Buschauffeur winkt uns durch. Wir wären die Einzigen gewesen mit Bargeld. Alle anderen zahlen mit einer Buskarte.

Inverness ist die Hauptstadt der Highlands, ist die größte Stadt Nord-Schottlands und liegt am Fluss Ness, der die Stadt teilt. Der River Ness ist mit seiner Länge von weniger als 10 Kilometer einer der kürzesten Flüsse Europas. Er fließt vom Loch Ness in die Nordsee. Auf dem Felsen des Ufers steht das im Jahr 1863 erbaute Inverness Castle.

Wir steigen nahe dem Inverness Victorian Market aus und versuchen, beim Informationscenter in Erfahrung zu bringen, wie wir zu einer Eintrittskarte zum Tattoo in Fort George kommen.

Der zwar freundliche Mitarbeiter hat wohl keine Ahnung, denn er schickt uns zum etwas entfernten Eden Court Theatre and Cinema. Leider, seit heute total ausverkauft.

Wir ertränken unseren Kummer darüber im Hootanannys, einem typischen Pub. Jeden Abend gibt es dort Live-Musik von unterschiedlichen Bands. Da wir aber nicht so lange warten wollen, werden wir dies wohl an einem anderen Abend erleben.

Bei einem herrlichen Sonnenuntergang machen wir uns wieder auf den Rückweg, diesmal zu Fuß.