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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Privat

Castelmola – nicht ganz jungendfrei

Ursprünglich wollten wir schon ein wenig weiter Richtung Süden unterwegs sein. Einige unserer lieben Freunde haben uns aber so neugierig auf Castelmola gemacht, dass wir heute nochmals die steile Bergstraße über Taormina weiter (5 Kilometer – noch enger, noch steiler) mit dem Bus fahren.

Zuerst bekommen wir noch einen recht heftigen Regenguss ab, der in unserem Wetterbericht überhaupt nicht vorgekommen ist und uns etwas feucht überrascht. Aber bald kommt die versprochene Sonne hervor und ab Mittag strahlt sie mit mir um die Wette.

Leider haben es unsere lieben Freunde aber verabsäumt, uns zu berichten, dass zu dieser Jahreszeit eigentlich ALLES geschlossen ist. Sogar das „Il Castello“ ist „chiuso“. Die wenigen Straßen schreiten wir rasch ab und sind bald wieder im einzigen geöffneten Caffe` – an der Bushaltestelle.

Die Sonne lugt hinter den Wolken hervor und wir machen uns nochmals auf den Weg. Steingepflasterte Gässchen und steile Treppen durchziehen das pittoreske Dörfchen.

Ausgerechnet am Domplatz fallen wir in die bereits 1812 eröffnete Bar Turrisi. Das dreistöckige Lokal ist etwas außergewöhnlicher als jede andere Bar. Hier feiert man den Penis (als Statuen, Tischlampen, Sessellehnen, Türgriff, Wasserhahn usw. usw.). Der Wirt beruft sich dabei auf die griechische Vergangenheit, seinem Vater und auch dessen Erzeuger. Seit mindestens drei Generationen sammeln sie diese Figuren. Michi bemerkt verwundert, dass einige schon ganz schön abgegriffen sind – ja, ja – die Jahrhunderte zeigen ihre Spuren.




Castelmola ist auch berühmt für seine weite Aussicht und den zuckersüßen Mandelwein „Vino alla mandorla“.




Der einundachtzigjährige Giuseppe ist schon seit 51 Jahren in seinem Lokal und verführt uns zu einem Gläschen selbstgemachten Mandelwein. Michi assistiert ihm dabei als „Godfather Corleone“. Das süße Gesöff hat es in sich!


Den Weg zurück zum Bus gehe ich sehr beschwingt und locker und freue mich schon auf das Mittagessen in Taormina. Leider ist ja in ganz Castelmola nicht ein einziges Restaurant geöffnet.



Die nächsten Fotos sind von Michi, der unterwegs, so wie er sagt, nur fesche Katzen fotografiert hat.