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Logbuch der SY Shalimardue

Dezember 2020
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Privat

Curral das Freiras

Unser heutiger Ausflug beginnt bei strahlendem Sonnenschein in Funchal. Im tief eingeschnittenen Tal, dem „Curral das Freiras“ (wörtlich übersetzt: Stall der Nonnen) erwarten wir nur etwas Regen. So überrascht uns doch – fast am Ende unserer Anfahrt und selbstverständlich bei heftigem Regen – diese Straßensperre.

Das bedeutet, wir müssen eine Sackgasse fahren, um zum Hotel Estalagem Eiro do Serrado zu kommen, welches hoch in den Bergen an der Spitze des Passes im Tal der Nonnen liegt.

Normalerweise (oder auch nicht) kann man hier bei Schönwetter einen ganz besonders tollen Ausblick genießen, aber natürlich nicht bei Regen und Nebel (wie wohl so 90 % im Jahr oder halt zu dieser Jahreszeit – so ganz genau haben wir das noch nicht in Erfahrung gebracht).

Nachdem im 16. und 17. Jhdt. die Insel immer wieder von Piraten überfallen wurde, zogen sich die frommen Frauen mehrfach in den Schutz der bis zu 700 m hohen Bergwände zurück. Laut der „verlässlichen Auskunft“ der mehr als nur freundlich und geschäftstüchtigen Kellnerin des Teehauses, gibt es schon „Millionen Jahre keine Nonnen mehr im Ort“.

Deshalb versuchen Bettina und ich ein wenig an alte Zeiten zu erinnern, was uns wohl nicht so ganz gelingt. Das ganz Fromme ist nicht so wirklich „rübergekommen“!

Zwischen den Regengüssen klart es immer wieder mal auf und so erhasche ich den Blick auf den Spitz des Berges, der mir wohl ewig in Erinnerung sein wird. (Wandertour: 7 Stunden – vor 4 Tagen, kaum zu glauben, dass seit dieser Tortur erst vier Tage vergangen sind).

Der kurvenreiche Umweg wird auch von anderen Tagestouristen gewählt, wohl – um in den Genuss von gesalzenen Esskastanien zu kommen. Die Bewohner des 2100 Seelen zählenden Ortes stellen aus Maroni u. a. auch Likör, Kuchen, Brot und Suppe her.


12 Kilometer fahren wir zurück nach Funchal und dann wieder auf die „via rapido“ (Inselautobahn) zum Sonntagsmarkt nach Santo da Serra.

Eine ganze lange Woche haben wir uns schon wieder auf die Inselspezialität „espetada“ gefreut.

Anschließend darf ich dem Ponchaverkäufer behilflich sein, der Geschäftsandrang ist riesig und unser Durst von der Grillerei auch.

Der liebenswerte ältere Obstverkäufer hätte mich auch gerne als Aushilfe, aber ich muss aufpassen, dass Michi sich nicht vom ebenfalls gut „behüteten“ Gemüseverkäufer eine einheimische Weihnachtsdekoration andrehen lässt.


Michi ist standhaft, aber ich lasse mich endlich zum Kauf einer dieser Mützen überreden.

Wir kehren dem feuchten und verregneten Örtchen den Rücken und bereits in Santa Cruz, wo gerade wieder eine Maschine landet, scheint schon wieder die Sonne.

Den Sonntag lassen wir – wie schon so oft – bei Martin und Egidius in der Sonne, in deren Strandkneipe ausklingen.