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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Privat

Ein gemütlicher Ausklang in Kent

Wir haben vergessen, für unser Frühstück ein Brot zu kaufen. Da ohne Strom auch meine geliebte Nespresso-Maschine nicht funktioniert, müssen wir heute einmal „auswärts“ frühstücken.

In East Sussex, gleich direkt neben der Hauptstraße, sehen wir, gerade noch rechtzeitig, ein Hinweisschild. Michi biegt schnell ein, so schnell, dass dem nachfahrenden LKW-Lenker die Hand auf der Hupe einschläft. Allerdings vermuten wir, dass wir doch falsch abgebogen sind. Bei einer Farm??? Wir kommen zuerst in einen bestens sortierten Verkaufsladen mit eigenen und lokalen Produkten. Saisonale Früchte und Kräuter werden zu hausgemachter Marmelade und Pickels verarbeitet.

Von der nicht pasteurisierten Milch bis zum Schaf, Lamm, Schwein und Kuh wird alles am Hof verarbeitet. Kinder können Tiere streicheln. Täglich wird frischer Sussex-Apfelsaft gepresst und im Herbst wird der traditionelle Cider hergestellt. Alle Produkte sind aus der näheren Umgebung.

Die köstlichen, täglich frisch gebackenen Kekse, Kuchen und was weiß ich, wie die anderen Süßigkeiten alle heißen, müssen ebenfalls am Rande erwähnt werden. Von dem großen Cappuccino rede ich erst gar nicht.

Der Parkplatz ist sehr geräumig. Es sind schon sehr viele Kunden und Besucher des Lokals hier abgebogen (auch eine Radfahrergruppe macht hier eine wohlverdiente Pause).

Es ist mehr als interessant zu sehen, dass hier wirklich Produkte aus der Gegend verkauft werden. Nicht wie bei uns, wo beim „Danke-Bauer“ Produkte verkauft werden, deren Herkunft nicht immer klar ist. Es gibt insgesamt 10 solcher Läden in England. Wenn wir das früher gewusst hätten, wären wir sicher bei einigen anderen schon eingekehrt. Eine tolle Idee, die offensichtlich seit 1960 funktioniert.

Gestärkt geht es noch ca. 70 Kilometer weiter bis nach Dover. Wir fahren die Küstenstraße an den Seebädern vorbei, aber leider ist so starker Verkehr und es gibt keine freien Parkplätze.

In Icklesham (auf der A259) sehe ich von meinem erhöhten Beifahrersitz schön auf einen Steinkreis mitten im grünen Feld. Wir finden leider keine Stelle zum Halten, so dreht Michi nach 2 Kilometer einfach um. Es gibt keinen geeigneten Platz, wo er das Auto abstellen kann. Er bleibt im Auto und ich gehe auf das Feld. Da der Kreis für meine Kamera zu weit weg ist, gehe ich einfach näher ran.

Plötzlich höre ich Michi rufen, ich soll sofort wieder zurück zum Auto. Ein Autofahrer (der Bauer selber?) ist stehengeblieben und fragt Michi, ob das seine Frau wäre, die da beim Steinkreis fotografiert. Weil die Kühe, die ich gerade selbst schon gesehen habe und die in geschlossener Formation auf mich zukommen, vergangene Woche eine Fotografin schwer verletzt haben. Ich drück nochmals auf den Auslöser der Kamera und sprinte zurück. Offensichtlich bewachen diese Hornviecher den Steinkreis!

Bis nach Dover hat sich mein Atem wieder normalisiert und wir sehen schon die vielen Fähren. Mit einer davon werden wir morgen zurück nach Calais fahren.