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Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
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Privat

Frühstück in Comacchio und Mittagessen in Ferrara

Das malerische Fischerstädtchen Comacchio haben wir schon mehrmals besucht und deshalb haben wir uns für heute nur den Besuch des „besten Fischmarktes der oberen Adria“ und ein kleines Frühstück in einem der netten Cafes vorgenommen.


Die kulinarische Spezialität des Ortes sind Aale, auf die wir aber heute zum Frühstück gerne verzichten.


Es herrscht hier noch eine vorsaisonale Ruhe, aber nur so lange, bis eine deutsche Reisegruppe mit Reiseleiter die Hauptsehenswürdigkeit Trepponti, die Brücke über vier sich kreuzende Kanäle lautstark erklärt bekommen.

Die rund 50 Kilometer geht es dann über die holprige Autobahn – die diesen Namen nicht verdient hat (und wohl deshalb auch ohne Gebühr zu befahren ist) weiter nach Ferrara. Ein Stellplatz ist keine 700 Meter von der Altstadt entfernt und jetzt schon fast voll. Wir sind nicht die Einzigen, die von hier zu Fuß in die Stadt marschieren.

Wir hätten auch unsere Fahrräder nehmen können, denn mit 120.000 Fahrrädern und einem Radverkehrsanteil von 25 % gehört Ferrara zu den Städten mit der höchsten Fahrraddichte der Welt. Es gibt 85 Kilometer Radwege im Stadtzentrum, zu den Dörfern in der Umgebung sowie zum Naturpark des Po-Deltas.


Wir haben heute leider Besuchs-Pech, denn sowohl das Museo della Catedrale als auch das Museo del Risorgimento e della Resistenza sind vorübergehend wegen Renovierungsarbeiten nicht zu besuchen.


Die Kathedrale aus dem 12. Jhdt. wird auch nach nur kurzer Besichtigung wegen einer längeren Mittagspause geschlossen.

Das hoch gebildete, prunk- und selbstsüchtige Adelsgeschlecht der Este hat in der Renaissance die Stadt auf das Prächtigste ausbauen lassen, mitunter natürlich auf Kosten der Bevölkerung. Wohl auch aus diesem Grund ließen sie sich das Wasserschloss „Castello Estense“ errichten, um sich durch massive Grundmauern, den Schlossgraben und Zugbrücken vor dem eigenen „geliebten Volk“ schützen zu können.

Die kulinarische Tradition Ferraras mit eigenartigen Geschmacksrichtungen geht vielfach auf die Einfachheit und Natürlichkeit der bäuerlichen Küche zurück, andererseits auf die Überlieferung der Rezepte für die erlesenen Speisen am herzoglichen Hof. Ich probiere eine Portion „Cappellacci di zucca con burro e salvia“ und Michi eine Portion „Tagliatelle alla chitarra della Campagna“. Köstlich. Die berühmteste Speise in der Küche Ferraras ist sicherlich das Brot, das Coppia genannt wird (wegen seiner unverwechselbaren raffinierten und gespreizten Form).

Der Palazzo dei Diamanti ist einer der berühmtesten Paläste der italienischen Renaissancearchitektur und besteht aus über 8500 diamatartigen Marmorquadern. Im Haus ist die Pinacoteca Nazionale untergebracht, die aber leider heute auch geschlossen ist.

In der Via delle Volte sind überdachte Gewölbe und Passagen anzutreffen, die die Häuser der Kaufleute mit ihren Geschäften verbanden. Sie ergeben ein ungewöhnliches Straßenbild, das heute das Symbol des mittelalterlichen Ferrara ist.

Wir kehren nach einem Café, den wir vor einem Straßencafé einnehmen, wobei wir noch Einheimische und Touristen beobachten können, ziemlich müde zu unserem Schneck zurück!