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Logbuch der SY Shalimardue

August 2021
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Privat

Herzogstuhl – Prunnerkreuz – Maria Saaler Dom

Unser heutiges erstes Ziel ist der Herzogstuhl nahe Maria Saal. Es fand gerade die Frühjahrs-Reinigung statt und die Arbeiter erlaubten uns, da wir für sie so erschöpft aussahen, kurz am Herzogstuhl Platz zu nehmen. Was wir sofort taten, wer bekommt schon einmal im Leben diese Gelegenheit? Es grüßen der Herzog und die Herzogin.

Unser nächster Stopp ist am Prunnerkreuz, die im Jahre 1692 mitten im Zollfeld erbaute Nischenkapelle. Sie wurde von einem Privatarchäologen errichtet. In ihr wurden von Prunner zahlreiche Inschriften- und Reliefsteine aus der Römerzeit, die in der Gegend von den Bauern gefunden wurden, bis ins 19. Jhdt. eingemauert und so für die Nachwelt erhalten.

Ein Stein wurde vor einiger Zeit gestohlen. Er scheint aber wieder gefunden worden zu sein, fehlt aber noch wegen Restaurierungsarbeiten.

In der Kapellen-Nische befindet sich ein Bild des Heiligen Antonius. Er war ein frühchristlicher Märtyrer und Heiliger.

Wir fahren weiter nach Maria Saal, aber bevor wir beim Maria Saaler Dom stoppen, besuchen wir unsere Freunde Herta und Gerhard, die wir vor sechs Jahren bei unserem ersten Sizilienbesuch kennengelernt haben. Wir haben schon viel gemeinsame Zeit auf Campingplätzen verbracht.

Wir werden bestens verwöhnt und der nötige Abstand wird peinlichst genau eingehalten, nur die Luna, der Hund, hält sich absolut nicht daran.

Anschließend besuchen wir mit Domexpertin Herta ihren Dom und wir erfreuen uns an den vielen interessanten Römersteinen, die an der Außenfront eingemauert wurden. Schon in der Römerzeit gab es hier „Wohnmobile mit zwei PS“, wie wir an den Steinen haargenau erkennen konnten. Die Steine sind aus Virunum, der Hauptstadt der römischen Provinz Noricum, die auf dem Zollfeld gefunden wurden.

Die Wallfahrtskirche Maria Saaler Dom ist eine der ältesten Kirchen Kärntens und gilt als Ausgangspunkt der Missionierung Kärntens. Sie war eine befestigte Wehrkirche und wurde interessanterweise von den Türken nicht behelligt – auch die Ungarn eroberten sie nur fast. Ein Netzrippengewölbe im Inneren mit Frescomalereien ist einzigartig im Kärntner Raum und erst 1927 bei Restaurierungsarbeiten wiederentdeckt worden.

1928 malte der Künstler Herbert Boekel im Dom sein erstes Kirchenwerk. Die Errettung von Petri aus dem See Genezareth wurde sofort verhängt. Die Kirchenherren wollten im ertrinkenden und von Jesus geretteten Petrus Lenin erkennen. Erst 1982 – 16 Jahre nach seinem Tod – wurde das Fresko wieder enthüllt. Herta hat uns darauf aufmerksam gemacht und uns die Geschichte dazu erzählt.

Der Teufel lacht lautlos hinter dem Dom von der Wand. Angeblich soll er bei vielen, vielen anderen Kirchen auch sichtbar sein.