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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Isle of Skye – 2. Tag

Ich möchte nicht tauschen mit diesen Wanderern, die in ihren kalten Zelten übernachtet haben und schon am frühen Morgen in ihren feuchten Klamotten wieder unterwegs sind und ihrer „Wanderlust“ frönen.

Nach einem kräftigenden Frühstück mit Spiegelei und Speck und Clooney-Kaffee machen wir uns auch auf. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber immerhin noch ohne Regen. Wir sind auf dem Weg nach Westen – zum Lands End von der Insel Skye.

Auf unserer Weiterfahrt passieren wir sieben der reetgedeckten Cottages, die Einblick in das frühere bäuerliche Leben geben sollen. Da gerade ein Bus mit japanischen Touristen vor uns ankommt, verzichten wir auf einen Besuch im Inneren der Steinhäuser. Wir sind so vor den Japsen beim – nur wenige Meter weiter liegenden kleinen Friedhof, wo Flora MacDonald begraben ist. Berühmt wurde sie, als sie Charles Edward Stuart nach dessen Niederlage in der Schlacht von Culloden zur Flucht verhalf.

Die malerische Rundfahrt führt weiter über die nördliche Halbinsel Trotternish.

Wir stoppen beim Kilt Rock, der seinen Namen dem tartanähnlichen Gesteinsmuster der bräunlichen Basaltfelsen verdankt. Weiters halten wir bei den „Quiraing Needles“ und beim „Old Man of Storr“.


Wer grün (und violett) nicht mag, der dreht in dieser Gegend einfach durch!

Und weiter geht die wilde Jagd über die einspurige Straße, mit den sehr zuvorkommenden Schotten und einigen wenigen Touristen, die das System noch nicht ganz begriffen haben.

Es gibt drei Straucharten, die der schottischen Moorlandschaft Farbe verleihen, nämlich Sumpf- und Glockenheide sowie das gemeine Heidekraut. Die ersten beiden blühen im Allgemeinen früher als das Heidekraut, aber besonders schön im Juli. Das tiefe Violett des Heidekrautes ist von Mitte August an für einige Wochen sehr ausdrucksstark. Die Heide blüht aber auch zu anderen Zeiten des Jahres, nur nicht so üppig.

Für Heide gab es in der Vergangenheit verschiedene Verwendungszwecke. Es gibt archäologische Beweise, dass die Pikten ihr BIER mit Heide würzten. Eine moderne Brauerei hat diesen alten Brauch wiederbelebt. All das hab ich dank Google in Erfahrung gebracht. Ich hab mich nämlich über die verschiedenen Farben des Heidekrauts gewundert und auch darüber, was die drei Arbeiter wohl mit dem geernteten Kraut machen. Man lernt eben nie aus.

Die Straße ist auf den nächsten 40 Kilometern meist einspurig mit den schon bekannten Ausweichen und dass uns Schafe immer wieder begegnen, ebenfalls.



Eigentlich wollen wir ja nur eine Kaffeepause in Portree machen. Aber wie so oft kommt es halt anders. Dieser freundliche Buschauffeur verrät Michi mal schon seine Lieblingsdestillerien. Mir verrät er, dass man in diesem verträumten kleinen Hafen hervorragend Austern und Muscheln essen kann.



Tatsächlich, die Muscheln sind von hervorragender Qualität, allerdings hätte ein italienischer Koch noch etwas mehr die Weinsauce verfeinert. Mein Magen hätte noch ein weiteres halbes Dutzend Austern vertragen. Einfach köstlich.

Unser heutiges Ziel war der idyllische Küstenort Plockton mit seinen weiß getünchten Häuschen, den gepflegten Vorgärten und den hier in dieser Gegend wachsenden PALMEN entlang der Uferpromenade.

Aber es gibt leider hier keine Übernachtungsmöglichkeit für uns und unser Womo und außerdem sind heute – am Montag – sämtliche Restaurants geschlossen, die sonst für ihre frischen Muschelgerichte bekannt sind. Was soll es, so fahren wir halt ein Stückchen weiter auf den uns schon bekannten Campingplatz nahe dem Eilean Donan Castle.