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Logbuch der SY Shalimardue



Juni 2018
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Jaffna – zweiter Tag – Inseltempel

Heute hatten wir das  allerbeste sri-lankische Frühstück bisher. Kein Wunsch blieb offen. Unser Driver wartet schon, um uns über schmale Dämme von der Lagunenstadt Jaffna zur Fähre auf die Insel Nainativu zu bringen. Unterwegs sieht Michi etwas abseits einen Riesenschwarm Pelikane, die gerade auf der Jagd sind. Vor lauter Schauen hab ich fast aufs Abdrücken vergessen. Der Oldtimer ist gerade mal ein Jahr jünger als ich und wird noch immer als Taxi verwendet. Es ist wesentlich teurer als ein normales, da es ein Spritverschwender ist, aber wunderschön zum Anschauen. Es gibt noch einige Anzeichen des vergangenen Bürgerkrieges zwischen Tamilen und Singalesen.

Wir wollen auch nicht über die Minenfelder und die zerbombten Häuser allzu viele Worte verlieren, aber das Thema ist doch noch präsent. Mit einer total überfüllten Fähre, die ihren Namen nicht verdient, schippern wir schön langsam und gemütlich eine Viertelstunde zur Insel Nainativu. Hindus und Buddhisten beten hier nahe beieinander. Das wichtigste Buddha-Heiligtum des Nordens – den Nagadeepa Rajamaha Viharaya oder auch „Tempel der Schlangeninsel“ hat der Legende nach Buddha höchstpersönlich besucht.

Unweit (höchstens 15 Minuten Gehweg bei 35 Grad im Schatten – der aber nicht vorhanden ist) steht der Hindu-Tempel Nagapooshani Amman. Nach jeder Beschädigung im Krieg wurde er jedes Mal wieder schöner aufgebaut. Übergroß flankiert Parvati, die Hindu-Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit und Hingabe in einer frech-freizügigen Darstellung den Tor-Turm an der Wasserseite.

Wir kommen wieder einmal gerade rechtzeitig zu einer Zeremonie. Im Inneren des Tempels herrscht wie üblich Schuh- und Fotografier Verbot (an das ich mich wie üblich nicht halte) und Männer müssen auch „oben ohne“ gehen. Michi hält sich daran.

Die Fähre zurück ist nur wenig frequentiert und so hat Michi Zeit und Platz, sich den Motor anzuschauen. Es ist ein Yanmar wie bei uns auf der Shalimardue. Nur hat er vermutlich 1000 x mehr Motorstunden und dürfte der Uropa von unserem sein und trotzdem hüstelt er noch vor sich hin. Schwimmwesten bekamen wir diesmal keine mehr, da sie zu wenige hatten. Im Wasser dümpeln bunte Fischerboote. Reiher, Buntstörche und viele andere Vogelarten genießen im seichten Wasser und auf Sandbänken das Paradies für Wasservögel.