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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Korfu “ Brindisi (Glueck im Unglueck)

Griechenland ist wunderschoen und wir moechten naechstes Jahr viel mehr Zeit hier verbringen. Uns gefaellt besonders die Mentalitaet und vor allem die gute Kueche der Griechen und Griechinnen.

1_Festung von Korfu.jpg

Unseren urspruenglichen Plan “ Korfu “ Otranto “ geben wir zugunsten der Ueberlegung, gleich direkt nach Dubrovnik zu segeln (bzw. zu motoren) auf, da fuer die naechsten beiden Tage kein Nordostwind zu erwarten ist. Das Adriatief, welches starken Nordwind und ebensolche Welle bis in die suedliche Adria bringen wird, ist erst ab Samstagabend zu erwarten. Bis dahin hofften wir, schon in Kroatien zu sein.

2_am Ankerplatz.jpg

Die Grenze zwischen Korfu und Albanien verlaeuft auf schmalem Fahrwasser. Auf der einen Seite die bewaldeten Inseln mit vielen Gebaeuden und auf der anderen Seite nichts als Felsen und ganz selten ist eine kleine menschliche Ansiedlung zu sehen.

3_knapp 3 SM bisAlbanien.jpg

Die noerdlichsten griechischen Inseln Othonoi und Erikkousa verschwinden im Dunst und wir motoren drei Seemeilen vor der albanischen Kueste Richtung Dubrovnik bei absolut null Wind.

4_Insel Erikkousa.jpg

Ploetzlich “ Alarm von der Steuerbordmaschine. Der Motor bekommt kein Wasser mehr. Michi baut kniend die Wasserpumpe aus, zerlegt sie in ihre Einzelteile und tauscht den kaputten Impeller aus (danke an Wuenschi “ die Ersatzteile waren immer noch vorhanden). Leider scheinen auch die gesamten Dichtungen auf der Welle kaputt zu sein, was sich aber erst nach dem neuerlichen Einbau zeigt. Aber die sind nicht vorhanden.

5_defekte Wasserpumpe.jpg

Waehrend die Backbordmaschine uns weiter langsam Richtung Nord schiebt, Michi noch beim Reparieren ist, springt eine ganze Schule Delfine vor und neben unserer Shalimardue. Mehr als eine Stunde lang. Nicht einmal das staendige Fluchen aus unserem “Maschinenraum“ (1m x 1m) kann sie vertreiben!

6_treue Begleiter.jpg

Mit nur einer Maschine geht es weiter “ leider kommt nun der Wind aus NNE und wir sind nur recht langsam in eben diese Richtung unterwegs. Ploetzlich “ wieder Wasseralarm, von der anderen Maschine. Sofort kontrolliert der gestresste Skipper den Motor “ findet keine Ursache, daher “ ab ins Wasser mit ihm und die Schraube sowie den Wassereinlass kontrolliert, ob sich vielleicht hier was verfangen hat. Nichts, absolut nichts. Ein neuerlicher Start und die Maschine rennt wieder “ langsam, aber fast normal.

Wir entscheiden uns fuer eine sofortige Kursaenderung. Die Ankunftszeit in Dubrovnik hat sich mehr als verdreifacht und wir kaemen geradezu mitten in das schlechte Wetter hinein. Brindisi ist unter Segel mit leichter Motorunterstuetzung gerade noch zu erreichen. Wenn“s noch mehr hunzt “ Otranto.

7_Einfahrt Brindisi.jpg

8_Leuchtfeuer von Brindisi.jpg

Was fuer ein Kontrast zu den kleinen griechischen Inseln: Brindisi – eine Grossstadt, die Skyline weist auf viel Industrie hin. Nach NUR 30 Stunden, manchmal nur 2 Knoten ueber Grund, bei steiler Welle von vorn, kommen wir, nach einer fast schlaflosen Nacht, an. Es gibt eine schoene Altstadt und vor allem “ eine gute Werkstatt “ gleich neben unserer Marina, wo wir hoffen, Ersatzteile fuer unsere Patienten zu finden.

9_Sonnenuntergang_der wievielte wohl.jpg

Die erste Diagnose ist total niederschmetternd: die Wasserpumpe ist irreparabel kaputt (Lager, Sealdichtung kaputt und die diversen Sprengringe verrottet). Die Ersatzteile gibt es von diesem Teil unseres Jockels auch hier nicht mehr (Baujahr 1993 “ jaja, die Lenze). Die einzige ganze “alte“ Wasserpumpe weit und breit “lagert“ in Genua (kostet laeppische 680 Euronen “ ein weiterer W-a-h-n-s-i-n-n) und ob die passt oder nicht ist, ist ebenso noch fraglich. Ein cleverer Mechaniker von der Cantiere Navale Danese vertroestet uns auf Montag, nach dem Wochenende. Er glaubt, in Brindisi die fehlenden Teile noch auftreiben zu koennen, er hofft zumindest “ so wie wir auch.

Michi hat sich beim staendigen Ein – und Ausbauen, alles in demuetiger kniender Stellung (also eh gewohnt – hihi) das eh schon laedierte Knie komplett ruiniert und humpelt seitdem nur noch herum “ immer mit finster umflortem Blick hin zu den beiden Motorraeumen.

Wer da glaubt, segeln ist immer schoen, sollte sich diese Zeilen zweimal durchlesen.