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Logbuch der SY Shalimardue

März 2021
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Privat

Madeirawein und Ausflug nach Monte zum Kaiser Karl des Ersten

Am frühen Vormittag haben wir bereits 20 Grad – so lässt es sich aushalten. Wir werden von unserem Gratisshuttle am Hafen „abgeliefert“ und sehen den Nachbau der „Santa Maria“ von Columbus bereits in voller Fahrt an den beiden Kreuzfahrtschiffen vorbeifahren.


Heute wollen wir eine Führung in der bedeutendsten und ältesten Weinkellerei Madeiras mitmachen. Da dies nur gegen Voranmeldung und nur in großen Gruppen möglich ist, werden wir sozusagen als Ersatz, weil wir nur zu zweit sind, mit Gratiskostproben von verschiedenen Madeiraweinen und „bolo del can“ (einer süßen Köstlichkeit) verwöhnt.


Am dekorativ gepflasterten, brunnengeschmückten Rathausplatz nehmen wir einen „bica“ (einen kurzen Schwarzen). Der Turm des Rathauses diente unter anderem in früheren Jahren als Ausguck, um ankommende Handelsschiffe und „Andere“ rechtzeitig zu sichten.

Gleich nebenan steht die „Igreja do Colegio“ des ehemaligen Jesuitenkollegs aus dem 17. Jhdt. Der bemerkenswerte Kirchenraum ist reich mit vergoldeten Schnitzereien und Fliesengemälden verziert. Ich marschiere natürlich wieder auf den Turm und Michi wartet (wie üblich) unten auf mich.


Mit der Seilbahn geht es anschließend zum ca. 8 Kilometer oberhalb von Funchal gelegenen ehemaligen Luftkurort Monte.

68 Stufen führen zur Wallfahrtskirche „Nossa Senhora do Monte“. Hier fand unser letzter Kaiser in einem schlichten eisernen Sarkophag seine letzte Ruhe. Wir, die echten Ururenkel seiner ehemaligen Untertanen, besuchen die sterblichen Überreste von Kaiser Karl I. von Österreich selbstverständlich bei unserem Madeira-Aufenthalt. Er starb hier, als relativ junger Mensch, an einer nichtbehandelten Lungenentzündung, im Exil. Kaiser Karl I. wurde erst vor kurzem seliggesprochen und wertet dadurch die bekannte Wallfahrtskirche nicht unwesentlich auf.


Die in Silber gefasste Pieta im Hochaltar wird von der Bevölkerung als wundertätige Schutzheilige der Insel verehrt.


Schlittenfahren ohne Schnee – zwei nebenher laufende Korbschlittenfahrer steuern und bremsen (mit den wohl verstärkten Sohlen) das weltweit einzigartige Verkehrsmittel. Unmengen dieser Schlittengondoliere lauern hier auf die rutschfreudige Kundschaft.



Uns ist dies etwas zu touristisch und deshalb verzichten wir darauf. Außerdem kosten diese zwei Kilometer pro Person 25 Euro.


Wieder auf Meereshöhe landen wir bereits zum 3. Mal in unserer Lieblingshafenkneipe. Michi ist der perfekte Kellner und außerdem organisiert er uns (gratis) eine „soup oft he day“, die es normalerweise nur für die Arbeiter der Werft gibt.

Um rechtzeitig noch zum Gratisshuttle zurück zu unserer Bleibe zu kommen, müssen wir heute einen flotten Schritt an der Seepromenade einlegen, trotzdem finden wir noch einige attraktive Fotomotive.