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Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
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Privat

Madonnenfest in Monastir auf der Insel Scedro

Vor knapp 3 Wochen hat Michi den zarten Hinweis entdeckt, dass am ersten Mittwoch im Juli jeden Jahres die einzige Messe in der „Kirche Unserer Lieben Frau der Barmherzigkeit“ im aufgelassenen Dominikanerkloster in Monastir stattfindet.

Nicht aus religiösen sondern ausschließlich aus geschichtlichen Gründen will er diesmal dabei sein. Die Messe findet erst seit 30 Jahren einmal jährlich statt. Die Kirche sowie das Dominikanerkloster wurden im Jahr 1465 errichtet und war bis zum Ende 16. Jhdt. belebt. Ständige Piratenüberfälle und ein Erdbeben veranlassten die Mönche ihr Kloster zu verlassen.

Im kleinen verfallenen Kirchenraum finden nicht allzu viele Gläubige Platz und die meisten stehen daher vor dem ohnehin nicht vorhandenen Kirchentor.




Auf der gesamten Insel Scedro gibt es kein Wasser und keinen elektrischen Strom, nur Zisternen und Aggregate sowie jetzt schon vereinzelt Solarzellen.

Bei Stjepko und Pavo geht es schon rund in der Küche bzw. am offenen Feuer.

Mit unseren neuen italienischen Bekannten gehören wir zwar nicht zur Familie und schon gar nicht zu den Einheimischen, wir sind aber alle herzlichst zum Mittagsmahl eingeladen.

Als einzige Touristen bekommen wir das gesamte Festtagsmenü und das dazu noch umsonst. Wir möchten uns nochmals herzlich für diese außergewöhnliche Gastfreundschaft bedanken.


Lorella aus Milano, Paolo aus Trieste und Marco aus der Abruzzengegend würden bei der Sängerrunde auch gerne mitmachen, beschränken sich aber auf instrumentale Begleitung.

Als Stimmgabel hält der Chorleiter dieser sicherlich bunt zusammengewürfelten Runde eine Flasche Travarica in der Hand.

Zwischen den einzelnen Gängen gibt es einige kurze Verdauungsphasen, die vom mehrstimmigen Gesang verkürzt werden.

Mit viel Glück können wir dem Mitsingen und Mittrinken (fast) entsagen. Es ist schon Abend, als sich die Runde mit den stimmgewaltigen Gästen lauthals aus der Bucht Richtung Festland nach Zavala auf den welligen Heimweg macht.


Christian mit seinem Schiff „Karma“ – der aus unserer Marina in Aquileia ist – kommt leider zu spät, hätte er doch mit seiner Krachledernen bei den kirchlichen Besuchern für einiges Aufsehen gesorgt.

Wir beschränken unseren abendlichen Konsum ausschließlich auf Getränke und beobachten lieber Christian beim Verzehr seiner Tintentiere. Leider sind wir noch so abgefüllt vom Mittagsmenü und werden ab heute oder morgen oder ? fasten!!