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Logbuch der SY Shalimardue

Dezember 2020
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Privat

Marsala zum Valentinstag

Der Stellplatz, bei dem wir uns telefonisch angemeldet hatten, war trotz Zusage, dass er geöffnet sei, geschlossen und ca. 10 Kilometer im Landesinneren. Wir machen eine Planänderung und fahren zum Hafen von Marsala und stellen uns einfach auf einen Parkplatz, den schon drei andere Womos ebenfalls nützen.

Es ist schon recht spät und wir unternehmen nur einen kurzen Spaziergang und landen im sicherlich besten Lokal, um einen Marsalawein zu verkosten. Es gibt diesen Dessertwein in verschiedenen Geschmacksrichtungen, von süß, bis trocken und extratrocken.

Selbstverständlich müssen wir uns durch alle durchkosten, landen aber schlussendlich doch wieder bei einem roten Supertropfen, im Eichenfass gereift. Dazu werden von der charmanten Bedienung kleine Köstlichkeiten frisch zubereitet. Es findet auch eine nette Burgenländergruppe in die „Enoteca la Sirena Ubriaca“. Nomen est omen.

Es ist Freitag, der 14.02. und somit Valentinstag. Nachdem ich im Wohnmobil keine Blumen brauchen kann, freu ich mich über die Valentinsüberraschung von Michi umso mehr, allerdings hat er ja auch etwas davon.

Stefano, der Fischer wird selbstverständlich bei uns einen Teil seiner Ware los und wir freuen uns schon auf die nächste Tajine mit dem köstlichen Tintentier.

Hier verkauft wohl jeder, was er gerade so gefangen hat, bzw. was den Fischern vom Konsortium zum Selbstgebrauch oder Selbstvermarktung übrig bleibt.

Ich erwische Michi nach einer Minute Abwesenheit schon wieder im Gespräch mit einem Einheimischen. Dieser stellt sich als „Godfather himself“ vor. Godfather wird hier „Der Pate“ genannt! Dieser Pate gibt wieder einige wertvolle Tipps.

Wie z. B. diesen, wo man in Marsala die aller-, aller-, allerbesten Cannoli bekommt. Sie werden frisch gefüllt und sind aus diesem Grund so was von knusprig und knackig und ich fühle mich im 7. Himmel. Ich habe wirklich noch nie einen besseren Cannolo gegessen und wahrscheinlich werde ich noch daheim davon träumen. Aus Diätgründen nehmen wir zu zweit nur einen.

Die archäologische Ausgrabungsstätte ist leider wegen einer Tagung geschlossen und so können wir uns nur die in Eisen gelaserten Schriftzeichen und Sprüche anschauen.

Am Rückweg komme ich bei einem kleinen Tor vorbei und dieser hochbetagte Mann lächelt heraus. Es ist eine kleine Werkstatt und trotz seines hohen Alters repariert bzw. renoviert er verschiedenste Holzsachen. Ganz stolz zeigt er mir seine selbst geschnitzte Skulptur, die wiederum „Godfather“ darstellen soll – diesmal den echten.

Der 2. Tag ist wieder viel zu rasch vergangen und den Abend verbringen wir erneut im alten Stadtkern, besser gesagt bei der schon bekannten Sirena Ubriaca, was wohl mit „Rauschiges Seeweib“ übersetzt wird!