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Logbuch der SY Shalimardue

April 2021
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Privat

Moosburger Teiche und die Wehrkirchen in Diex und Umgebung

Endlich unternehmen wir nach vielen Spaziergängen in Villach wieder mal einen Ausflug zu Orten, die ich noch nicht kenne. Michi meint, etwas Kultur kann uns nicht schaden, weil nur kochen und hinter den ersten Schmetterlingen nach zu hetzen, kann es nicht sein.

Wir parken unterhalb vom Schloss Moosburg, spazieren rauf zum Schloss, welches im 15. Jhdt. entstanden ist und seit 1995 in ein Hotel und Restaurant umgewandelt wurde. Leider sind das Schloss und die Kapelle wegen der Corona-Zeit geschlossen. Michi wollte noch die Straußenfarm und deren Verkaufsstelle besuchen – auch zu. Daher gibt es bei uns in nächster Zeit keinen gegrillten Strauß. Anschließend spazieren wir um den Mühlteich. Die erste Strecke war eisig, rutschig und wahrlich kein Wanderweg. Die Enten am teilweise zugefrorenen Teich schauten schon mitleidig. Die freilaufenden schwarzweißen Gänse mit rotem Kopf, die zum geschlossenen Gasthaus gehören, freuen sich allerdings über den lebensverlängernden Lockdown.

Ich versuchte das Geheimnis der Hütte zu erforschen, aber am halben Weg verließ mich der Mut. Michi stachelte mich zwar mit lauten Rufen zum Weitergehen auf. Nix da – mit wackeligen Knien bin ich wieder zurück.

Das Wetter ist traumhaft – allerdings ist durch den Saharasand der Himmel etwas diesig. Am nächsten Tag tüftelt Michi ein neues Ziel aus. Wir besuchen heute den sonnigsten Ort Österreichs – Diex, am Südhang der Saualpe. Michi war vor Jahren bei einer Malwoche in dem Ort. Seitdem faszinieren ihn die Wehrkirchen der Gegend.

Die Wehrkirche, die dem Heiligen Martin geweiht ist, wurde bereits im 11. Jhdt. erwähnt. In der Zeit der Türkenbedrohung (1470 – 90) wurde auch die massive Wehranlage mit Wehrgang und mächtigen Ecktürmen errichtet. Was allerdings ein massiver Anker an der Kanzel zu suchen hat – entzog sich unserer Seglerseele.

Anschließend fahren wir ein paar Kilometer durch den Wald zur Wehrkirche St. Maria Magdalena in Grafenbach. Ich habe noch nie vorher überhaupt eine Wehrkirche gesehen. So begeistern mich die Wehrbauten umso mehr. Die Wehranlage ist mit Schießscharten ausgestattet. Innerhalb der Wehrmauern fanden die Bewohner der Umgebung mit Sack und Pack, Kind und Kegel und ihrem Vieh im Falle einer Gefahr durch die Türken Schutz und Sicherheit.

Die dritte Wehrkirche, die sich Michi vorgenommen hat, ist in Greutschach, die ebenfalls dem Heiligen Martin geweiht ist. Wieder fahren wir hügelauf und hügelab auf einer schmalen Straße. Der Kirchhof ist in der Form eines unregelmäßigen Siebenecks von einer dreiviertel Meter starken und innen rund vier Meter hohen Ringmauer umgeben. Im Süden und Westen stehen halbrunde Wehrtürme, im Osten ein ehemaliger Torbau. Die hölzernen Wehrgänge sind zum Teil erhalten. Der westliche Torturm wurde 1998 für eine Aufbahrungshalle adaptiert.

Im Inneren sehen wir die längste Holzleiter, die wir je gesehen haben. Michi ist sie abgeschritten und kam auf etwa 20 Meter. Alle Bilder des Kreuzweges sind in „windisch“ beschriftet, was auf die schon langwährende slawische Bevölkerung in der Gegend hinweist.

Wir ratschen mit einem Radfahrer, der aus der Gegend stammt und er empfiehlt uns den Weg nach Griffen – wegen der Aussicht. Er hatte recht, die Aussicht ist traumhaft und war es wert.