Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue



November 2018
M D M D F S S
« Okt    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Archiv

Privat

MuM Foundation – Verteilung der Schulmittel

Im Jahr 2005 haben wir nach dem Tsunami unsere „Maria und Michael Foundation“ gegründet. Damals haben wir die Waisenkinder, die nach der Katastrophe völlig allein waren, finanziell unterstützt. Nach einigen Jahren waren diese Kinder aus dem Gröbsten heraußen und unser Freund Reverend Rathanasiri hat uns vorgeschlagen, die Spenden von uns und unseren Freunden für die Schulausbildung armer und ärmster Kinder zu verwenden. Wir waren schon zwei Mal bei einer Vergabe dabei, aber immer direkt in der Schule, auch hier in Naula. Heuer besuchen wir die Kinder mit ihren Familien daheim.

Ich bin erschüttert, wie einfach und armselig die Hütten gebaut sind. Wie gut, dass es hier keinen Winter gibt. Allerdings in der Regenzeit möchte ich die Zugangswege auch nicht gehen müssen. Ach ja und wohnen möchte ich hier auch auf keinem Fall.

Wir legen einige Kilometer  und Höhenmeter zu Fuß zurück, obwohl wir auch immer wieder von unserem Chauffeur Mister Sarath zu weiteren Häusern und Familien gebracht werden. Die Begegnungen auf unseren Wegen sind immer sehr lustig – wie hier mit diesem jungen Burschen, der ein Selfie mit uns wollte. Allerdings hatte er kein Handy.

Die Kinder müssen hier, wenn sie in die Schule gehen, eine Uniform und Schuhe haben und einen Rucksack für die Schulunterlagen besitzen. Sonst dürfen sie die Gratisschule nicht besuchen. Der Mönch Rathanasiri, unser Vertrauter, informiert sich im Dezember vor Ort von den Bedingungen und den Schulergebnissen und entscheidet dann, welche Familien unterstützt werden. Es sind nicht alle Familien Buddhisten, sondern auch viele Hindus. Trotzdem macht unser Mönch hier keinen Unterschied. Die Schicksale der Menschen, die hier nahe Naula mitten im Urwald leben, gehen uns näher als gedacht. Vater tot, Mutter Taglöhnerin, 3 Kinder den ganzen Tag allein, das Haus zum Weinen. Menschliche Tragödien auf kleinstem Raum. Trotzdem der Wille in die Schule zu gehen und etwas zu lernen. Aber das geht nur mit etwas Hilfe von außen – von unserer MuMFoundation. Besonderen Dank bei der Gelegenheit auch an einen „Spontanspender“ namens EUGEN.

Manche Kinder zeigen uns ihre Zeichnungen und ein Mädchen schenkt uns selbstgebastelte Papierblumen. Es ist schon fast dunkel, als wir den letzten Rucksack und die Schuhe bei einer der ärmsten Familie abgeben. Am meisten hat uns trotz der Armut die Fröhlichkeit der Menschen erstaunt. Blutegel und Moskitos begleiten unsere „Hilfstruppe“ auf den für uns unwirklichen Pfaden im Wald.