Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
M D M D F S S
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Archiv

Privat

Napoli – auf der Suche nach der perfekten Pizza

Der Campingplatz „Zeus“ in Pompei liegt ideal. Direkt neben den Ausgrabungen, dem Autobahnzubringer und der Eisenbahnstation. Mit dem Zug fahren wir heute ca. 40 Minuten zur Station Napoli Garibaldi.

Eine Großstadt, für die die meisten Reiseführer nur die Bezeichnungen Kriminalität, Schmutz, Verkehrschaos, soziale Not und Einwanderungsprobleme sowie Mafia finden. Die Sonne kommt nie am schwarzen Boden an – muss sie doch vorher durch die viele gewaschene Wäsche!

Wir finden auf Anhieb (ohne jede Straßenkarte) die „Via dei Tribunali“, in der die Pizza Margherita angeblich erfunden wurde. Wir gehen an den sehenswerten Kirchen heute vorbei. Michi hat mir vor der Abfahrt das Versprechen abgenommen, heute nur einen Kurzbesuch ohne jegliche Museums- bzw. Kirchenbesichtigung in „bella“ Napoli zu verbringen. Wir suchen heute nur DIE Pizza!

Ganz so „bella“ ist diese Stadt wirklich nicht. Wir sind von Süditalien ja schon einiges gewöhnt, aber diese Stadt schaut mehr als verschmutzt aus. Angeblich befinden sich mehr als 70 % aller süditalienischen Müllkippen in den Händen der „neuen Mafia“.

Ich aber will nur meine originale Pizza „NAPOLI“ finden. Die Pizzeria Sorbillo rühmt sich, dass hier die Pizza geboren wurde. Sie muss ganz hervorragend schmecken, denn die lange Schlange vor dem Lokal zeigt, dass sich das Warten anscheinend lohnt.

Nachdem allerdings Warten nicht zu meinen besonderen Lieblingseigenschaften gehört, versuchen wir es in einer ganz nahe gelegenen Pizzeria, die mir der freundlichen Neapolitaner empfiehlt und der mich auch über die Abfolge bei der Bestellung im Sorbillo aufklärt. Wir sind mehr als zufrieden. 5 Euro für jede dieser knusprigen Riesenpizzen. Wir waren zwar nicht am Ursprung, aber heute nur ganz knapp daneben.

Napoli sotterranea ist die „Stadt unter der Stadt“, eine der besonderen Sehenswürdigkeiten von Neapel. Wahrscheinlich weil dort noch kein Müll gelagert wird. Aber auch diese Besichtigung verschieben wir auf unseren nächsten Besuch.

Wir schlendern nur durch diese einzige Straße, kommen wieder an den verschiedensten Geschäften vorbei, trinken einen italienischen Espresso und nehmen natürlich eine kleine Süßigkeit dazu. Angeblich wird diese speziell am Josefitag (il giorno di San Giovanni) von den Neapolitanern verspeist. Wir verkosten sie schon heute.



Vor der chiesa „Santa Maria delle amine“ befinden sich 2 bronzene Totenschädel, wir sind aber trotz Nachfragen nicht darauf gekommen, was sie bedeuten. Michi sagt, einmal drüber streicheln wird schon Glück bringen, so abgegriffen wie sie ausschauen.


Mit dem Zug geht es einige Stunden später wieder zurück und morgen geht es weiter Richtung Heimat. Neapel hinterlässt bei uns eigentlich nur das Gefühl von Verwahrlosung, engen Gassen mit viel Wäsche und sehr vielen Ausländern.