Gehe zu: Hauptmenü | Abschnittsmenü | Beitrag

Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
M D M D F S S
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Archiv

Privat

Nie wieder Carnival

Wir haben wieder eine weitere Trommelnacht erlebt und unsere eigenen Trommelfelle haben jetzt schon eine leichte Hornhaut bekommen.

1.jpg

Heute ist der Tag des Umzuges, von dem wir schon viel gehoert haben. Um punkt zehn Uhr sind wir vor “Ort“, aber alles, was wir sehen, sind leere Klappstuehle ohne Ende. Dazwischen grosse Kuehlboxen mit Lebensmittel “ so viel, als wolle noch heute eine Hungersnot ausbrechen – und Getraenke – in einer Menge, die eine nahe grosse Durststrecke vermuten lassen. Wir suchen uns einen “taktisch guten Platz“, weil wir ja einige Fotos fuer euch daheim “schiessen“ wollen. Langsam fuellen sich die Raenge mit den Stuhlbesitzern (vermutlich schon gestern Nacht heimlich aufgestellt) und die ersten bunten Gruppen trudeln langsam, sehr langsam ein. Der Gouverneur spricht noch ein paar launige Worte mit dem Sinn, das ER ziemlich viel Geld (vermutlich seines) ausgegeben hat, damit sich die Leute richtig amuesieren koennen “ teures Feuerwerk und so.

2.jpg

Aber dann geht es los. Riesige Trucks mit vielen 100.000 Watt fahren vor den bunten Umzugsgruppen und verbreiteten laute “Musik“. Zeitweise sind es echt heftige Schlaege in die leere Magengrube. Die Zuschauer beginnen die Kuehlboxen zu leeren und alle finden etwas zu essen. Ausser uns natuerlich. Wir stehen (weil nix zu sitzen) geschlagene 8 (in Worten acht) Stunden und “geniessen“ den Umzug.

3.jpg

Mehrere Fernsehteams sowie eine Unzahl von Polizisten und “innen und viel Militaer treiben sich auch auf der Umzugsstrasse herum. Auf vielen Fotos habe ich – zumindest das “Kappl“ vom Polizisten – drauf.

4.jpg

Eine von den netten Polizistinnen rettet uns mit der Frage, ob wir nichts zu trinken haetten. Wir schuetteln beide heftig die Koepfe. Sie bietet uns von der Nachbarkuehlbox kalte Getraenke an, ihre Worte: “guter Stoff“. Es ist viel Rum mit etwas Fruchtsaft und Eis. Die Sonne knallt mit 30 Grad herunter “ das richtige Getraenk, um seine Konstitution zu testen. Nach dem vierten Drink verweigere ich Weitere mit dem Hinweis, dass unser Fruehstueck die letzte feste Nahrung war. Sie schaut mich erstaunt an und sagt beim Einschenken des Naechsten: „it’s Carnival time“.
So vergeht der Tag und um 19.00 Uhr sind wir wieder am Schiff. Der Umzug ist aber noch lange nicht fertig, sondern nur unsere Akkus leer und die Speichermedien voll und wir hungrig. Das Feuerwerk zu christlicher Zeit (21.00 Uhr) beobachten wir aus erster Reihe (vom Schiff aus) und danach haemmert wieder Musik bis zwei Uhr frueh!! Es war eine beeindruckende Erfahrung, trotzdem haben wir von stundenlangen Umzuegen mit Musik fuer die naechste Zeit genug.

5.jpg