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Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
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Privat

Pompei heute und vor 2000 Jahren

Um 08.30 Uhr öffnet der Ticketschalter. Wir sind wie immer die Ersten, kommen aber leider nicht hinein, weil die Schalterdame kein Retourgeld auf 50 Euro hat. So sind wir gezwungen, noch einen „succo d’arancia“ zu trinken, damit wir so Kleingeld für den Eintritt bekommen.

Beim alten Stadttor „Porta Marina“ kommen wir in die antike Stadt. Im Jahr 62 nach Chr. machte ein schreckliches Erdbeben die Stadt zu einem Trümmerfeld. Es gelang den tüchtigen Einwohnern zwar, die Stadt wieder aufzubauen, aber dann im Jahr 79 n. Chr. explodierte der Vesuv und begrub Pompeji für fast 2000 Jahre unter einer 5-6 Meter hohen Schicht aus Asche.

Eine steile, gepflasterte Rampe führt zur Basilika, die das wichtigste und älteste Gebäude der Stadt war.

Das nächste Gebäude der Eumachia wurde von der Priesterin für die Zunft der Wollweber, -färber und -wäscher erbaut, der größten Handwerkerzunft im alten Pompeji.

Wir bewegen uns dann – wie die meisten anderen Besucher auch – anhand unseres Planes in den wichtigsten Straßen, finden nicht immer alles, wenn wir die Gebäude dann doch finden, hängt gerade ein Schild mit „Eintritt verboten“ davor und wir müssen wieder umkehren.



Die nächsten Fotos stammen von den Thermen des Forums, vom Apollo-Tempel und vom Gott der Fruchtbarkeit (gschamig waren sie damals wirklich nicht).

Im „Großen Theater“ (welches mehr als 5000 Zuschauer fassen konnte) rastet sich Michi im obersten Rang aus und ich stapfe die vielen Stufen bis zur untersten Reihe hinunter, welche für die höchsten Persönlichkeiten reserviert war.

Öffentliche Garküchen – eine Art Imbiss der Antike – hat es hier fast an jeder Straßenecke gegeben. Das Mittagessen (Prandium) wurde außer Haus eingenommen. Außerdem wurden in diesen Garküchen auch Zimmer für ein bis zwei Stunden vermietet.

In manchen Häusern der Reichen waren auch viele schöne Wandgemälde, die schönsten sind in der „Villa die Misteri“, welche aber leider auch gerade renoviert wird.

Die Straßen sind immer wieder mit riesigen Steinen zum Überqueren gespickt – es hat noch keine Kanalisation gegeben – man musste wohl warten, bis der nächste Regen alles wegspült, aber so konnte man wenigstens trockenen Fußes von einer Straßenseite zur anderen. Auch gab es fast an jeder größeren Straßenkreuzung einen Wasserbrunnen.

Wir schauen in jede Gasse, jedes Haus und jeden Tempel. Leider kann ich mir die vielen Namen nicht alle merken. Aber es überwältigt uns, wenn wir uns vor Augen führen, dass schon vor knapp 2000 Jahren so viel Kunst möglich war.

Der Vesuv zählt heute nach wie vor zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt. Wenn er morgen allerdings genauso wie heute im Nebel verschwindet, werden wir wohl keinen Besuch mit einem Taxi dorthin unternehmen.

Die Hohlräume der Opfer wurden bei den Ausgrabungen mit Gips gefüllt und werden nun am „Forum Olitorium“ aufbewahrt.

Das älteste Amphitheater der Welt konnte 20.000 Zuschauer fassen. Im Unterschied zu allen anderen, die später entstanden, liegen die Zugangsrampen alle außerhalb.

Wir marschieren und marschieren und nach mehr als fünf Stunden sind wir nicht nur hundemüde, sondern auch sehr durstig und hungrig. Aber auch der Rückweg erfolgt strikt nach Plan und so kommen wir irgendwann doch beim Ausgang „uscita“ an.




In der Zwischenzeit kommen immer mehr Besucher, ich habe gelesen, dass pro Jahr ca. 2 Millionen interessierte Gäste Pompei „überfallen“.

Das Bordell ist heute leider geschlossen! Es wäre nur wegen der Information gewesen – laut Michi!