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Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
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Portsmouth – historische Schiffe und technisch moderner Spinnaker Tower

Wie bereits gestern Abend radeln wir auch heute Früh zum traditionellen Marinehafen. Wir haben gestern noch bei „Carluccio’s“ bestens abgetafelt. Heute stehen im „Historic Dockyard“ die HMS Warrior, die HMS Victory und die „Mary Rose“ auf unserem dichten Besichtigungsprogramm.

Wir beginnen mit der HMS Warrior. Das 1860 vom Stapel gelaufene, 127 m lange Schiff galt seinerzeit als das größte und bestbewaffnete seiner Art und überdies als technische Sensation, da es das erste Schiff der Royal Navy mit Ganzmetallrumpf war.

Über viele Stiegen geht es tief runter bis zu den Heizkesseln und auch wieder rauf. Wenn ich mir vorstelle – 4.500 m2 Segelfläche – das ist wohl etwas mehr als auf unserer Shalimardue. Auch das Ruder ist etwas größer. Ach ja – und die 36 Kanonen fehlen uns natürlich auch.


Im Schlafzimmer des ersten Offiziers gab es sogar eine eigene Kanone. Er musste wohl die Rumfässer verteidigen. Aber auch die anderen Matrosen schliefen bei ihren Kanonen.


Die HMS Victory, das 1759 erbaute, knapp 60 Meter lange, mit fünf Decks und 104 Kanonen ausgestattete Flaggschiff von Lord Nelson wurde 1928 restauriert.

Sie liegt heute im Dock 2, dem ältesten Trockendock der Welt.

Es gibt auch hier wieder viel zu sehen, vor allem Kanonen, Kanonen, Kanonen.

Aber auch der Unterschied zwischen einem einfachen Seemann und dem Kapitän in Unterkunft und Verpflegung wird hier gut sichtbar.

Die Stelle, wo Nelson an Bord der Victory im Jahr 1805 von der Kugel eines französischen Soldaten tödlich getroffen wurde, ist durch eine Tafel gekennzeichnet. „A hero lost – a battle won“.


In unserem Kombiticket ist auch die Besichtigung verschiedener Museen enthalten. Unter anderem das Royal Navy Museum, das Portsmouth Museum und das „Mary Rose Museum“.

Das Mary Rose Museum ist ein Museum der ganz besonderen Art.

„Mary Rose“ war ein englisches Kriegsschiff, welches Anfang des 15. Jhdt. erbaut wurde. 1545 sank die Mary Rose bei einem Seegefecht gegen die Franzosen im Rahmen des „Italienischen Kriegs von 1542-1546“ im Solent. Das Museum zeigt auch eine Rekonstruktion von Teilen des Schiffs, die für die Besucher zugänglich sind. Leider alles hinter Glas.

Wahrscheinlich durch offene Kanonenluken und bei Schlechtwetter bekam die Mary Rose Schlagseite und von den ca. 700 Personen an Bord überlebten nur 35.

Erst 1982 konnten große Teile des Wracks geborgen werden, welche im erst 2013 eröffneten Museum ausgestellt werden. Es wurden rund 19.000 Gegenstände geborgen.

Die Sonne strahlt vom Himmel und so fahren wir auch noch mit dem Lift auf den 170 m hohen Aussichtsturm des „Spinnaker Tower“. Irgendwie erinnert er uns an „the Edge“ von Melbourne, nur ist er nicht so hoch. Die Aussicht ist trotzdem überwältigend.



Eigentlich steht noch das D-Day Museum (mit einer Chronik des Zweiten Weltkrieges) am Programm, aber wir sind schon zu spät dran. Auch das „Royal Marines Museum“ ist schon geschlossen. Mit unserer Kombikarte könnten wir diese Sehenswürdigkeiten zwar noch das ganze Jahr nützen, aber wir fahren morgen doch weiter. Heute sind wir fertig!