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Logbuch der SY Shalimardue

Oktober 2020
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Privat

Ribeiro Frio und eine Levadowanderung

Wasser gibt es auf Madeira mehr als genug, allerdings nur im Norden. Schon die ersten portugiesischen Siedler beförderten in steinernen Rinnen, den Levadas, das Wasser bis in den Süden. Die alten Instandhaltungswege dieser Wasserrinnen sind heute beliebte, fast ebene Wanderwege.

Haben wir uns gestern noch von ein paar Regentropfen (und einer verschlossenen Zufahrt) abhalten lassen, so kann uns heute auch der stärkste Regenguss nicht daran hindern, am „kalten Bach“ mit der angrenzenden Forellenstation loszumarschieren. Im Regenwald, da regnet‘s bald – trifft hier echt zu!

Wir warten den ärgsten Guss noch bei einem Kaffee ab, aber dann marschieren wir „forschen Schrittes“ im leichten Sprühregen los.

Die Nebel ziehen und verändern so immer wieder den Ausblick auf die gewaltigen Bergformationen. Die Gewitter der letzten Tage oder Wochen haben hier wohl einiges angerichtet.


Rechts und links von uns gibt es nur Grün, Lorbeerbäume und mit Moos und Flechten bewachsene andere Bäume und viele Farne.


Ziel unserer Tour ist „Balcoes“. Ein Aussichtspunkt hoch in den Bergen. Er erwartet uns bei pfeifendem Wind und einer dichten Nebelsuppe und es beginnt wieder „unerwarteter Weise“ heftig zu schütten.

Dank der zutraulichen Vögel verweile ich länger als geplant und so kommen wir doch noch in den Genuss, zumindest einmal bis zum Nordatlantik zu sehen, wo aber gerade ein Squall wieder viel Wasser ablässt.



Um ja einer Verkühlung vorzubeugen, genehmigen wir uns am Rückweg bei einer kleinen Hütte einen Poncha. Die Fischer von Camara de Lobos rühmen sich, Erfinder dieses Getränks aus Zitronensaft, Honig und Zuckerrohrschnaps zu sein. Er muss sehr gesund sein, so stark wie er ist.

Wir sitzen gerade beim Mittagstisch, als es draußen wieder wie aus vollen Kannen schüttet. Sogar der schlaue Hahn hat sich unter den Tisch verzogen, wahrscheinlich gehört er einer extrem wasserscheuen Hühnerart an.


Durch ein raffiniertes Schleusensystem am nahen Hang gelangen hier die Fische mit wachsender Größe von Becken zu Becken – bis schließlich im großen Rundbecken die Riesenforellen zu bestaunen sind.

Leider sind wohl nur die Forellen des ersten oder zweiten Beckens auf unserem Mittagstisch gelandet. Einmal frisch geräuchert und einmal gegrillt. Aber sie schmecken trotzdem köstlich.

Am Rückweg – keine 50 Kilometer später fahren wir wieder in den Sommer – der Sonne entgegen.

An unserem Balkon trocknet die Wäsche – frisch eingeregnet und frisch gewaschen. Danach geht es wieder zu unserem Lieblingswirt an der Uferpromenade und wir treffen wieder Bettina und Bernd, mit denen wir für morgen einen Ausflug ausmachen.