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Logbuch der SY Shalimardue



Dezember 2018
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Rollerausflug zum Castello di Calatabiano und zum Kastanienbaum der 100 Pferde

Im März des heurigen Jahres hat Michi bei unserer Weiterfahrt in den Süden das „Castello di Calatabiano“ gesehen und fixiert, dass beim nächsten Sizilien-Besuch das Schloss besichtigt wird. Heute herrscht strahlender Sonnenschein, es ist warm und so satteln wir unseren Roller und düsen am frühen Vormittag los.

Man kann (angeblich) zwar auch zu Fuß die 220 Höhenmeter zum Schloss wählen, wir entscheiden uns aber für die bequeme Zahnradbahn. Die atemberaubende Aussicht wird mit jedem Meter noch traumhafter.

Wir sind heute die einzigen Besucher und haben einen eigenen Fremdenführer, der uns auf italienisch alles ausführlich mit dementsprechender Gestik erklärt. Die Geschichte der arabisch-normannischen Burg, wo aber auch griechische und romanische Gegenstände gefunden wurden, ist sehr interessant. Der Ort entwickelte sich im Umfeld des Schlosses und besaß eine strategisch wichtige Rolle, da er das Tal des Flusses Alcantara beherrschte. Auch eine kleine Kirche gibt es hier.

Der Panoramablick geht bis Taormina und zum Ätna. Durch den blauen Himmel schaut die Gegend einfach traumhaft aus.

In einer 80 m tiefen Zisterne wurden viele verschiedene Münzen, Anforen und auch ein byzantinisches Skelett gefunden. Viele Gegenstände sind jedoch noch im Museum in Catania, werden aber im nächsten Jahr hierher zurückgebracht, da ein Museum im Schloss vorbereitet wird.

Keine Ahnung, wo Michi immer die Sehenswürdigkeiten ausgräbt, aber unser nächstes Ziel ist auch wirklich nicht sehr bekannt. Am steilen Weg dorthin kommen wir an vielen Orangen-, Zitronen- und Mandarinenplantagen vorbei.

In Sant’Alfio – bevor wir zu unserem Ziel kommen, brauche ich eine Kaffeepause. Diese findet vor der Chiesa Madre SS. Alfio, Filadelfo e Cirino statt. Die Fassade besteht aus Lavastein und die Säulen der Kuppel haben Fundamente, so tief wie die Kirche hoch ist. Leider wird gerade während unserer Kaffeepause die Kirchentüre plötzlich geschlossen und so können wir die wertvollen Gemälde im Innern heute nicht mehr sehen.

Das Ziel ist der Kastanienbaum der hundert Pferde – ein einige Jahrtausend Jahre alter Kastanienbaum. Das Lebensalter der Edelkastanie wird auf 2000 bis 4000 Jahre geschätzt. Er wird vielfach als der dickste und älteste Baum Europas angesehen. Die erste gesicherte Erwähnung des Kastanienbaums der hundert Pferde findet sich im Jahr 1636, wo Don Pietro Carrera in seinem Werk „il Mongibello“ von einem Baum mit imposanten Stamm schreibt, der groß genug ist, um 30 Pferde in seinem Inneren zu beherbergen. Die Edelkastanie ist 22 Meter hoch und hat am Stamm einen Umfang von 22 Metern.

Zuerst fahren wir relativ steil hinauf, dann bremsend wieder runter in den Ort Giarre direkt zum Hafen Riposto. Wie immer zieht es uns in die Hafengegend. Ganze 73 Kilometer sind wir heute unterwegs, um dann am Stellplatz mit den Weltenbummlern Angela und Klaus bei einem Glaserl Rotwein aus Aquileia über unsere vielen Reisen zu ratschen und den Blick auf den Ätna zu genießen.