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Logbuch der SY Shalimardue

September 2020
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Sturm in Aquileia und einige Besuche

So einen Sturm mit Null-Sicht auf die Boote habe wir hier in Aquileia noch nie erlebt. Nach einigen Stunden endlich wieder etwas Sicht und wir sehen bei drei Schiffen, dass sich die Vorsegel ausgerollt haben. Ein Motorboot ist leider im Sturm vom Trailer gestürzt und sämtliche Fensterscheiben sind kaputt. Auch sind hier in der Marina zwei Bäume umgestürzt. Auf dem Weg von Aquileia nach Grado sind 13 große Bäume von der Feuerwehr von der – einige Stunden gesperrten Straße – entfernt worden.

Michi hat vom umgestürzten Olivenbaum einige Äste für meinen zukünftigen Olivenblättertee heim auf die Terrasse gebracht.

Das Wetter verbessert sich und dieser Sonnenuntergang ist wieder mal vom Feinsten.

Leider hat unser Motor immer wieder neue unerwartete Probleme. Zum Glück ist unser Mechaniker verlässlich und nach drei Tagen ist unser Patient wieder am Weg der Besserung.

Birgit und Sanna und Rico werden zuerst mit Ascolani auf unserer Terrasse verwöhnt. Anschließend gibt es eine Buschenschanktour zu fünft.

Der heutige Sonnenuntergang ist einfach traumhaft anzusehen.

Eigentlich dachten wir an ein Mittagessen zu viert, mit Paolo und Matti. Schlussendlich waren wir zu neunt. Es ist eine Runde von Arbeitern, die an einem großen Fischerboot gemeinsam arbeitet. Zwei der Arbeiter haben auch an unserem Schiff für ein schöneres Aussehen gesorgt.

Am Freitag unternehmen wir mit unseren Freunden Dagmar und Werner einen Bootsausflug nach Porto Buso. Alle Systeme arbeiten wieder normal und beide Motoren schnurren im Duett. Selbst der neue Außenborder macht keine Mucken. In Borto Buso nutzen unsere beiden Männer die Gelegenheit, Granseporo (eine besondere Krebsart) mit dem Hammer zu bearbeiten. Eine seltene Gelegenheit, da sie nicht immer gefangen werden.

Das Verschütten von Santonego (spezieller Grappa der Lagune) gehört zwar nicht zum Mittagessen, bringt aber Stimmung auf dem Tisch. Michi erzählt die Mär um dieses Getränk. Ein Glas ist gut für die Verdauung, von einem Zweiten wirst du ziemlich betrunken und vom Dritten richtig teppat. Wir haben das alles schon ausprobiert und die Geschichte für absolut richtig empfunden.

Um der gefährlichen Dehydrierung entgegenzuwirken machen wir noch eine kurze Buschenschanktour.

Am Samstag fahren wir nach San Giovanni al Timavo. Es gibt hier gleich zwei Sehenswürdigkeiten. Die wunderschöne alte Kirche an einem uralten Kraftplatz, in der gerade eine Taufe stattfindet. Daneben das Naturwunder des Timavo-Flusses, wo normalerweise riesige Wassermassen aus dem Felsen schießen. Heute leider überhaupt nichts. Dafür hat Michi ein Foto von einem Libellenpärchen bei der Paarung gemacht.

Der Hunger und der ewige Durst führen uns zur Osmiza Pipan-Klaric, wo wir wie immer bestens verwöhnt werden. Wir haben Glück, dass wir schon kurz vor 12 Uhr angekommen sind, da sämtliche Tische ab 13 bzw. 14 Uhr bestellt sind. So dürfen wir an einem Tisch doch noch Platz nehmen und uns kulinarisch verwöhnen lassen.

Danach war höchste Zeit für etwas Kultur und Geschichte. Wir fahren zum größten Krieger-Ehrendenkmal Italiens nach Redipuglia. Ungefähr 100.000 Gefallene des Ersten Weltkrieges sind hier begraben. Es ist immer sehr bedrückend für mich an diesem Ort zu stehen, wo der Wahnsinn der Menschheit fast greifbar ist.

Bevor wir wieder heim in die Marina fahren, stoppen wir noch bei einer unserer Lieblings-Frascas, wo es die besten Mortadella-Brötchen gibt. Natürlich gönnen sich die Nichtfahrer auch einen weißen Spritzer dazu.

Daheim angekommen schneide ich die am Kraftort gepflückten Lorbeerblätter klein, da sie für unser köstliches Lorbeersalz und für Lorbeertee getrocknet werden müssen. Am Abend finden wir uns noch im Da Nettuno ein und werden wie immer bestens verwöhnt. Dann entlassen wir unsere Freunde und freuen uns schon auf nächstes Jahr.